Gewerbe anmelden für einen Biomarkt

Leiter eines Biomarktes
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Wer einen Biomarkt eröffnen möchte, muss im Rahmen der zu erledigenden Formalitäten frühzeitig an die vorgesehene Gewerbeanmeldung denken. Der Gewerbeschein ist die formale Grundvoraussetzung dafür, den Laden offiziell eröffnen bzw. betreiben zu dürfen. Mit einer erweiterten Erlaubnispflicht ist in der Regel nicht zu rechnen, sodass im Wesentlichen nur das ausgefüllte Formular zur Gewerbeanmeldung sowie ein gültiger Personalausweis vorzulegen sind. Das zuständige Gewerbeamt kann hier auf gewerbeanmeldung.de mit wenigen Klicks schnell gefunden werden.

Praxistipp für eine reibungslose Gewerbeanmeldung:

Bei auftauchenden Fragen oder Unklarheiten empfiehlt es sich, frühzeitig das Beratungsangebot des Gewerbeamtes zu nutzen, um kostenintensive Verzögerungen vermeiden zu können: Jeder Tag, an dem ein bereits gefüllter Ökoladen nicht geöffnet werden kann, kostet viel Geld, ohne dass auch nur ein Cent an Umsatz generiert wird.


Was ist beim Ausfüllen des Formulars zur Gewerbeanmeldung für einen Biomarkt zu beachten?

Auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung sind neben persönlichen Daten auch wichtige Angaben zum Geschäftsbetrieb zu machen. Von zentraler Bedeutung für den erfolgreichen Prozess der Gewerbeanmeldung ist die ausführliche und umfassende Schilderung des Leistungsspektrums. Hier sollten Gründer eines Ökoladens sehr sorgfältig vorgehen, da spätere Änderungen anzeigepflichtig sind. Auch kann sich aus dem konkreten Leistungsspektrum eine Nachweispflicht ergeben. Wenn im Biomarkt frische Lebensmittel verkauft werden sollen, so sind entsprechende Fachkenntnisse nachzuweisen. Einen entsprechenden Zertifikatslehrgang bietet die Industrie- und Handelskammer an. In dieser Hinsicht sollten die individuellen Startvoraussetzungen frühzeitig geklärt werden.
 

Welche Folgen hat die Gewerbeanmeldung Biomarkt?

Mit der Gewerbeanmeldung für einen Biomarkt wird u.a. automatisch das Finanzamt informiert, wobei dieses an der steuerlichen Erfassung interessiert ist (der Staat will schließlich mitverdienen). Auch die Berufsgenossenschaft wird informiert. Hier sollten Gründer selber möglichst schnell aktiv werden, um für sich und eventuelle Mitarbeiter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zu genießen. Und letztlich wird auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert. Hier ergibt sich für Existenzgründer eine Pflichtmitgliedschaft. Zudem greift mit der Gewerbeanmeldung für den Ökoladen die Pflicht, Gewerbesteuer abzuführen und jedes Jahr eine Gewerbesteuererklärung einzureichen. Pro Jahr ist jedoch bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag von knapp 25.000 Euro vorgesehen. Auf gewerbeanmeldung.de finden Geschäftsgründer einen praktischen Gewerbesteuerrechner, um die zusätzliche Abgabenlast möglichst realistisch einschätzen zu können. Die Höhe der Gewerbesteuer richtet sich im Übrigen maßgeblich nach dem Hebesatz. Dieser kann von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich ausfallen. Dasselbe gilt auch für die Kosten der Gewerbeanmeldung, die sich aber insgesamt in einem sehr moderaten zweistelligen Rahmen bewegen.
 

Gibt es bestimmte Ausnahmen zur Gewerbepflicht in diesem Bereich?

Ja, in bestimmten Landwirtschaftsbereichen ist u.U. kein Gewerbe anzumelden, sofern eine freiberufliche Tätigkeit anerkannt wird. Das zuständige Finanzamt hat diesbezüglich immer das letzte und auch entscheidende Wort zu sprechen. Ausnahmen von der Gewerbepflicht gibt es vor allem für Personen, die einen Hofladen betreiben, in dem ökologische Waren aus eigener Erzeugung verkauft werden. Im Zweifelsfall kann ein Beratungstermin im Finanzamt und/oder Gewerbeamt verlässliche Klarheit über den eigenen Status herbeiführen.
 

Im Handelsregister eintragen lassen?

Im Zuge der Gewerbeanmeldung ist auch eine Eintragung in das Handelsregister vorzunehmen, sofern es sich um eine Kapitalgesellschaft (z.B. eine GmbH) oder eingetragene Kaufleute handelt. Davon abgesehen sollte die Wahl einer passenden Rechtsform wohl bedacht mit Blick auf Finanzierungsmöglichkeiten und Haftungsverhältnisse gewählt werden.
 

Biomarkt eröffnen: Kammermitgliedschaften und Berufsverbände prüfen

Da es sich um ein Handelsgewerbe dreht, begründet sich wie schon dargelegt eine automatische Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer. Die Pflichtbeiträge sind in den ersten beiden Jahren reduziert. Später hängen sie von der individuellen Einkommenssituation ab. Diese Pflichtmitgliedschaft sollte genutzt werden, indem das reiche Informationsangebot für das zielorientierte Vorantreiben der eigenen Geschäftsidee genutzt wird. Was die Wahl einer Berufsgenossenschaft angeht, so empfiehlt sich für einen Bioladen die BGHW (Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik). Zum optional prüfbaren Bereich zählen Berufsverbände, in denen die Interessen der Bio-Branche gezielt gefördert werden. Ein Blick auf die Praxis zeigt, dass die meisten Bioläden im BNN (Bundesverband für Naturkost und Naturwaren) organisiert sind. Solche Verbände können die Interessen aller Länder bündeln und sie landesweit mit effektiven Maßnahmen durchsetzen oder zumindest reichweitenstark kommunizieren. Insofern kann es mit Blick auf die langfristigen Interessen nie Schaden, in einem Berufsverband organisiert zu sein.
 

Formales für den Gewerbebetrieb mit einem Ökomarkt

Wer das Label Biomarkt trägt, muss auch Waren verkaufen, die den offiziellen Anforderungen entsprechen. Obst und Gemüse müssen beispielsweise ohne Schutzmittel oder mineralische Dünger kultiviert werden. Gentechnik und Bestrahlung darf auch nicht zum Einsatz kommen. Sofern frische Lebensmittel verkauft werden, muss im Laden eine lückenlose Kühlkette vorhanden sein, um die Qualität der Lebensmittel zu gewährleisten. Als Gewerbetreibende sind Geschäftsführer eines Biomarktes dazu verpflichtet, die gesetzlichen Öffnungszeiten im jeweiligen Bundesland einzuhalten und die Vorschriften in puncto Hygiene und Preisauszeichnung strikt zu befolgen. Vor allem mit Blick auf hygienische Erfordernisse sind unangemeldete Kontrollen eine latente Gefahr.
 

Gewerbe anmelden für einen Biomarkt: alles Wichtige in der praxisorientierten Zusammenfassung

  •  Vor der Geschäftseröffnung muss ein Gewerbe angemeldet werden
  • In der Regel sind das Formular zur Gewerbeanmeldung sowie ein gültiger Personalausweis ausreichend
  • Ausführlich und möglichst exakt zu schildern ist das konkrete Angebots-/Leistungsspektrum, aus dem sich ggf. eine Nachweis- oder auch Erlaubnispflicht ergeben kann
  • Um ärgerliche und kostenintensive Verzögerungen zu vermeiden, sollten die konkreten Voraussetzungen im individuellen Fall frühzeitig geklärt werden. Beratungstermine beim Gewerbeamt, der IHK oder einem erfahrenen Gründungsberater können wertvolle Hilfestellungen geben, um den anvisierten Eröffnungstermin X auch wirklich einhalten zu können
  • Die Voraussetzungen für eine Ausnahme von der Gewerbepflicht sind im Einzelfall zu prüfen. Dies gilt insbesondere für Landwirtschaftsbetriebe mit integriertem Ökoladen, die eigene Erzeugnisse verkaufen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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