Gewerbe anmelden für einen Kiosk

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Wer einen Kiosk betreiben möchte, braucht dazu einen Gewerbeschein als formale Berechtigung, da es sich um eine dauerhaft auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit handelt. Doch eine einfache Gewerbeanmeldung wird für einen Kiosk nicht reichen: Je nach Angebotsspektrum sind weitere Nachweise bzw. behördliche Genehmigungen zu beachten. Daher empfiehlt es sich, rechtzeitig die konkreten Voraussetzungen zu prüfen, um nicht unnötig viel Zeit zu verlieren (die bares Geld sein kann)! Letztlich darf das Gewerbe erst offiziell betrieben werden, wenn der Gewerbeschein als formale Berechtigung vorliegt. In diesem Beitrag sollen alle zentralen Aspekte zur Gewerbeanmeldung mit einem Kiosk praxisorientiert beleuchtet werden, um Gründern eine bessere Orientierung zwecks Planung zu ermöglichen.
 

Welche Nachweise sind im Zuge der Gewerbeanmeldung für einen Kiosk zu erbringen?

Pauschal lässt sich dies nicht beantworten, da das konkrete Angebotsspektrum diesbezüglich maßgebend ist. Wer alkoholische Getränke verkauft bzw. vor Ort ausschenkt, braucht eine Konzession, wie sie auch für ein Gastronomiegewerbe vorgesehen ist. Durch den Verkauf von alkoholischen Getränken und ggf. auch Speisen beinhaltet der Kioskbetrieb einen Gastronomiebetrieb. Sobald frische Lebensmittel wie belegte Brötchen angeboten werden, müssen die strengen Hygienevorschriften strikt beachtet werden (auch unangemeldete Kontrollen sind später jederzeit möglich). Kioskbetreiber müssen beim Gesundheitsamt einen Vortrag zum sauberen Umgang mit Lebensmitteln besuchen und dies bei der Gewerbeanmeldung nachweisen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 30 Euro. Auch die Kosten für die eigentliche Gewerbeanmeldung halten sich in Grenzen, wobei sie von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich geregelt sind. Wer nicht nur Tabakwaren und Getränke verkaufen will, sondern ein größeres gastronomisches Angebot anbieten will, muss nachweisen, dass er ein Gaststättengewerbe professionell führen kann. Ein solches Gewerbe würde dann auch formal unter das Gaststättengesetz fallen. Prinzipiell kommt auch ein Imbiss Gewerbe in Betracht, falls nur kleine Snacks verkauft werden sollen. Entscheidend für die Notwendigkeit einer Konzession ist oftmals, dass die angebotenen Speisen vor Ort verzehrt werden können. Für eine Konzession sind die genannten Unbedenklichkeitsbescheinigungen in aller Regel erforderlich. Abgesehen von einer relevanten Berufsausbildung oder –erfahrung kann auch ein spezieller Kurs bei der IHK besucht werden. Im Rahmen der Einreichung des Antrags zur Gewerbeanmeldung muss auch ein polizeiliches Führungszeugnis eingereicht werden, in dem sich idealerweise keine Eintragungen finden sollten. Ähnlich verhält es sich mit einem Auszug aus dem Gewerbezentralregister: Dieser gibt Auskunft darüber, ob schon ein anderes Gewerbe aufgrund von Verstößen geschlossen werden musste.
 

Das konkrete Leistungsspektrum entscheidet für die Nachweise und Pflichten bei der Gewerbeanmeldung

Wie ergibt sich, welche Nachweise zu erbringen sind? Beim Ausfüllen des Formulars zur Gewerbeanmeldung müssen Gründer das Leistungsspektrum möglichst exakt beschreiben. Aus diesen Schilderungen geht dann hervor, welche Nachweise für diese Art von Kioskgewerbe notwendig sind. Da ein Kiosk unterschiedlichste Formen annehmen kann, sind auch die nötigen Nachweise und möglicherweise zu erbringenden behördlichen Auflagen unterschiedlich. Pauschale Angaben zur Gewerbeanmeldung sind somit nicht möglich und im Einzelfall auch nicht zielführend. Je nach Größe und Umfang des Gewerbebetriebs kann es auch sein, dass eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt vorgelegt werden muss. Die Gewerbeaufsicht bzw. das Gewerbeamt können zusätzliche Auflagen verhängen, falls die Räumlichkeiten eine bestimmte Größe erreichen und sich ein Gastraum für Kunden darin befindet. In diesem Fall sind neben Sicherheitsbestimmungen auch bestimmte Auflagen für sanitäre Einrichtungen zu erfüllen.
 

Kosten für ein Kioskgewerbe und der Faktor Zeit

Die Kosten für einen Gewerbeschein werden in etwa zwischen 20 und 50 Euro liegen, diejenigen für eine etwaig notwendige Konzession können bis zum Zehnfachen betragen. Generell halten sich aber alle zu erbringenden Kosten in einem moderaten dreistelligen Rahmen. Viel teurer werden kann es, wenn aufgrund mangelnder Planung die notwendigen Nachweise nicht zeitnah erbracht werden können und so der Start des Geschäftsbetriebes immer wieder verschoben werden muss.

 

Gewerbe für einen Kiosk anmelden: alle wichtigen Informationen in der Zusammenfassung

  • Wer einen Kiosk eröffnen will, muss zu Beginn zwingend ein Gewerbe anmelden
  • Eine einfache Gewerbeanmeldung wird in der Regel nicht reichen. Weitere Nachweise sind zu erbringen, sobald alkoholische Getränke ausgeschenkt und/oder Lebensmittel verkauft werden
  • In den oben genannten Fällen ist neben der Gewerbeanmeldung eine Konzession zu erwirken, sofern es sich um einen Kiosk mit integriertem Gastronomiebetrieb handelt
  • Eventuell kommt auch ein Imbiss Gewerbe für einen Kiosk in Betracht
  • Da ein Kiosk bzw. sein Angebot sehr unterschiedliche Formen annehmen kann, lassen sich kaum pauschale Angaben für die zu erbringenden Nachweise machen
  • Einen verlässlichen Ausgangspunkt stellt die Beschreibung des Tätigkeitsspektrums in der Gewerbeanmeldung dar. Hieraus ergeben sich im Einzelfall zu erbringende Nachweise (wie etwa eine Lebensmittelbelehrung durch das Gesundheitsamt)

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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  • Wer einen gastronomischen Betrieb (Restaurant, Café o.ä.) selbstständig betreiben möchte, muss dazu ein Gewerbe anmelden. Jedoch reicht in diesem Bereich eine einfache Gewerbeanmeldung nicht aus, da zahlreiche Vorschriften beachtet und Nachweise erbracht werden müssen.

  • Wer nach sorgfältiger Planung bzw. strategischer Ausrichtung einen Schnäppchenhandel eröffnen möchte, muss vor der Eröffnung des Geschäfts ein Gewerbe anmelden, um den nötigen Gewerbeschein zu erhalten. Dieser ist quasi die offizielle Erlaubnis, einer gewerblichen Tätigkeit in diesem Bereich nachgehen zu können. Im Normalfall sollte die Gewerbeanmeldung recht schnell von statten gehen.

  • Wer sich mit einem Imbiss im gastronomischen Bereich erfolgreich selbstständig machen möchte, muss im Vorfeld der eigentlichen Gewerbeanmeldung einige Aspekte beachten bzw. eine notwendige Erlaubnis gemäß Gewerbeordnung erwirken. Darüber hinaus sind aufgrund der einzuhaltenden Hygienevorschriften entsprechende Fachkenntnisse nachzuweisen.