Gewerbeanmeldung für einen Schnäppchenhandel

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Wer nach sorgfältiger Planung bzw. strategischer Ausrichtung einen Schnäppchenhandel eröffnen möchte, muss vor der Eröffnung des Geschäfts ein Gewerbe anmelden, um den nötigen Gewerbeschein zu erhalten. Dieser ist quasi die offizielle Erlaubnis, einer gewerblichen Tätigkeit in diesem Bereich nachgehen zu können. Im Normalfall sollte die Gewerbeanmeldung recht schnell von statten gehen. Genügend Zeit sollte aber in jedem Falle eingeplant werden, zudem sollten die persönlichen Voraussetzungen geklärt werden. Generell handelt es sich bei einem Schnäppchenhandel um ein Geschäft im Bereich des Einzelhandels. Insofern sind branchenübliche Vorgaben zu beachten. Diese und weitere Schlüsselaspekte rund um die Gewerbeanmeldung für einen Schnäppchenhandel werden im Folgenden in aller Kürze dargelegt.
 

Die Gewerbeanmeldung im Bereich des Einzelhandels

Wer als Gründer mit einem Schnäppchenhandel selbstständig durchstarten möchte, tut dies rein formal gesehen im Bereich des Einzelhandels. Bei der Gewerbeanmeldung sind generell keine speziellen fachlichen Qualifikationen nachzuweisen. Diese könnten sich allenfalls aus dem konkreten Leistungs- bzw. Angebotsspektrum ergeben, das ohnehin im Rahmen der Gewerbeanmeldung möglichst exakt beschrieben werden muss. Sobald frische Waren verkauft werden, müssen Nachweise mit Blick auf Hygienestandards nachgewiesen werden (die Industrie- und Handelskammer bietet entsprechende Zertifikatskurse an). Wer Alkohol verkaufen möchte, muss den geltenden Jugendschutz kennen und zwingend anwenden. Aus dem Angebotsspektrum des Schnäppchenhandels ergeben sich also spezifische Nachweise, die ggf. im Rahmen der Gewerbeanmeldung zu erbringen sind. Mit Blick auf die Größe des angestrebten Gewerbebetriebes kann im Rahmen der Gewerbeanmeldung eine Unbedenklichkeitserklärung vonnöten sein. Was die Einrichtung des Ladenlokals angeht, so kommen die Gewerbeaufsicht bzw. das Bauamt ins Spiel, sobald es um sanitäre Einrichtungen, Umbaumaßnahmen und einzuhaltende Sicherheitstechnik geht.
 

Woran ist bei der Gewerbeanmeldung für einen Schnäppchenhandel noch zu denken?

Was den operativen Geschäftsbetrieb im Einzelhandel angeht, so sollten die Anforderungen an die Räumlichkeiten frühzeitig geklärt werden. Fehlen in diesem Bereich Genehmigungen (etwa weil Fluchtwege nicht richtig gekennzeichnet sind), so kann sich die Eröffnung unnötigerweise verzögern. Jeder nicht geöffnete Tag eines schon vollständig ausgestatteten Schnäppchenhandels kostet viel Geld, ohne dass auch nur 1 Cent Umsatz eingefahren wird.

Zu beachten sind mit Blick auf den Gewerbebetrieb folgende Aspekte:

  • die im jeweiligen Bundesland geltenden gesetzlichen Öffnungszeiten müssen eingehalten werden
  • die so genannte Auszeichnungspflicht sieht vor, dass Endpreise für Kunden deutlich erkennbar sein müssen
  • sofern Lebensmittel verkauft werden, muss entsprechende Vorschriften eingehalten werden
  • eine Stellplatzverpflichtung ist ebenfalls frühzeitig zu prüfen (diese variiert je nach Bundesland bzw. Gemeinde)
  • je nach Größe des Ladenlokals sind Bestimmungen für den Einbau von Kundentoiletten zu prüfen


Praxisorientierte Zusammenfassung zur Gewerbeanmeldung für einen Schnäppchenhandel:

  • Ein Schnäppchenhandel ist im Bereich des Einzelhandels anzusiedeln. Es handelt sich um eine gewerbliche Tätigkeit, sodass eine Gewerbeanmeldung vor der Geschäftseröffnung vorzunehmen ist
  • Neben dem Antrag zur Gewerbeanmeldung (daraus wird dann nach der Genehmigung der Gewerbeschein) ist ein gültiger Personalausweis vorzulegen
  • Für große Gewerbebetriebe kann eine Unbedenklichkeitserklärung vom Finanzamt verlangt werden (generell empfiehlt es sich, die persönlichen Startvoraussetzungen rechtzeitig zu klären)
  • Aus dem in der Gewerbeanmeldung zu schildernden Angebotsspektrum können sich spezielle Nachweispflichten ergeben (insbesondere, wenn Lebensmittel verkauft werden)
  • Das Ordnungsamt bzw. die Gewerbeaufsicht kommen ins Spiel, wenn es um sicherheitstechnische Anforderungen mit Blick auf das Ladenlokal geht.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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