Was ist die Künstlersozialkasse (KSK)?

Künslter
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Die größte Sorge, die den einen oder anderen Selbstständigen umtreibt, ist die Frage nach der Absicherung. Raus aus der Komfortzone eines sozialversicherungspflichtigen Jobs und rein in das Dilemma um die Versicherung. Bei der Krankenversicherung gibt es (wie hier bereits beschrieben) die Option, sich freiwillig gesetzlich zu versichern oder sich um eine

private Krankenversicherung

zu bemühen. Eine lohnenswerte Ergänzung gibt es für künstlerische Berufe. Die KSK, die Künstlersozialkasse, fungiert hier ähnlich wie ein Arbeitgeber und übernimmt die Hälfte der Versicherungskosten. Betroffen sind Freiberufler, die den entsprechenden Berufsgruppen angehören, und Unternehmen, die mit Freelancern arbeiten.
 

Die KSK für Künstler und Publizisten

Die KSK verrät bereits im Namen, für wen sie gedacht ist: für Künstler. Neben den Künstlern (u.a. Musiker, bildende und darstellende Künstler) sind mittlerweile auch die Publizisten (u.a. Journalisten, Schriftsteller) an Bord. Außerdem gibt es noch eine Reihe anderer Berufsgruppen, die – wenn sie langfristig in dieser Branche berufstätig sind – auch einen Antrag an die KSK schicken können. Beantragt wird damit quasi ein Zuschuss der Künstlersozialkasse. Wem der Antrag gestattet wird, für den werden etwa 50 Prozent der Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung von der KSK übernommen. Die Beiträge bemessen sich am Verdienst des Künstlers bzw. Publizisten.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass die KSK als Krankenkassen- oder Rentenversicherungsäquivalent agiert, doch das ist falsch. Die Mitgliedschaft bei der Deutschen Rentenversicherung bleibt ebenso bestehen wie die Versicherung in der persönlich gewählten Krankenkasse. Damit der Antrag an die KSK erfolgreich verläuft, muss im Übrigen keine Gewerbeanmeldung vorliegen. Ob eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist, hängt letztlich von der Tätigkeit ab. Weitere Details dazu werden in diesem Artikel erläutert. Grundsätzlich jedoch gilt für KSK-Versicherte: Sie dürfen sich zu einer GbR formieren, doch einen Angestellten, der mehr als Mini-Jobber ist, darf ein Versicherter bei der KSK nicht haben.
 

Unternehmen tragen mit der Künstlersozialabgabe die Kosten

Zuschüsse des Bundes sowie die Künstlersozialabgabe der Unternehmen sind zwei Bestandteile, die die KSK erhalten und ihre Funktion ermöglichen, für Künstler und Publizisten eine grundlegende Versicherungsbasis zu stellen. Wer als Unternehmer mit selbstständigen Publizisten oder Künstlern arbeitet, wird als Unternehmen die Künstlersozialabgabe an die KSK abführen müssen. Die Bemessungsgrundlage sind dabei die in einem Kalenderjahr angefallenen Entgelte. Zur Kasse gebeten wird ein Unternehmen dann, wenn öfter als nur gelegentlich Aufträge übergeben werden.

 

Unternehmen, die auf Arbeiten von Künstlern und Publizisten zurückgreifen, unterliegen diesen Pflichten:

Meldepflicht. Damit wird die Pflicht beschrieben, dass Unternehmen melden müssen, wenn sie einen selbstständig agierenden Künstler oder Publizisten beschäftigen. Dabei genügt es nicht, nur die Hand zu heben. Vielmehr muss auch übermittelt werden, welches Entgelt der Künstler erhält. Daraus errechnen sich die Vorauszahlungen.

Zahlungspflicht. Die Zahlungspflicht beschreibt die Aufgabe der abgabepflichtigen Unternehmen, monatliche Vorauszahlungen bis zum 10. Tag des Folgemonats zu leisten. Final gemeldet wird dann das bezahlte Jahresentgelt bis Ende März des Folgejahres. Anschließend erfolgt die Abrechnung unter Berücksichtigung der bereits getätigten Leistungen.

Aufzeichnungspflicht. Die Aufzeichnungs- und Vorlagepflicht schreibt fest, dass alle Unternehmen, die Publizisten/Künstler beschäftigen, zwingend Aufzeichnungen über die bezahlten Honorare/Entgelte führen müssen. Steht eine Überprüfung (Betriebsprüfung) an, müssen die Unterlagen ausgehändigt werden.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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  • Wenn schon selbstständig, dann bitte richtig. Was hier klingt wie ein Appell, ist die freundliche Formulierung eines Gesetzes, denn: Wer selbstständig ist, muss auch mit mehreren Kunden Geschäftsbeziehungen pflegen.