Gewerbeanmeldung als Parkettleger

Bodenleger bei der Arbeit
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Im Rahmen der ganzheitlichen Planung der Existenzgründung als Parkettverleger spielen formale Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. Angehende selbstständige Parkettverleger sind gut beraten, die individuellen Startvoraussetzungen frühzeitig zu klären, um kostenintensive Verzögerungen zu vermeiden. Ein fertig eingerichteter Geschäftsbetrieb, der nicht offiziell starten darf, bringt kein Geld rein. Im Gegenteil: Er kostet jeden Tag Geld.
 

Formale Grundvoraussetzung: Gewerbeanmeldung für Parkettverlegung

Insofern sollte die notwendige Gewerbeanmeldung als Parkettverleger sorgfältig geplant und vor Aufnahme der eigentlichen selbstständigen Tätigkeit vorgenommen werden. Erst der Erhalt des Gewerbescheines berechtigt selbstständige Parkettverleger dazu, ihre handwerkliche Tätigkeit auszuüben. Der Gewerbeschein ist im Grunde nichts anderes als das geprüfte Formular zur Gewerbeanmeldung. Auf diesem müssen neben persönlichen und geschäftlichen Angaben vor allem präzise Schilderungen zum angebotenen Leistungsspektrum für Kunden gemacht werden. Deren Prüfung kann im Einzelfall ergeben, dass weitere Nachweise zu erbringen sind. Hieran zeigt sich, dass eine frühzeitige Planung unerlässlich ist. Ein Beratungsgespräch bei der Handwerkskammer oder beim Gewerbeamt kann in der Frühphase der Existenzgründung wünschenswerte Planungssicherheit herbeiführen.
 

Gewerbe anmelden für Parkettverlegung: Bestimmungen für diese handwerkliche Tätigkeit

Im Zuge der Gewerbeanmeldung für Parkettverleger ist nicht mit einer erweiterten Erlaubnispflicht zu rechnen. Auch muss kein besonderer Qualifikationsnachweis erfolgen. Dementsprechend ist für diese handwerkliche Tätigkeit kein Meistertitel als Qualifikation vorzuweisen. Es handelt sich um ein zulassungsfreies Handwerk, für das im Zuge der Gewerbeanmeldung eine Eintragung in die Verzeichnisse der Handwerkskammer vorzunehmen ist. Abgesehen von der erforderlichen Gewerbeanmeldung sollten selbstständige Parkettverleger auch die zuständige Handwerkskammer informieren, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen. In aller Regel wird es aber so sein, dass das zuständige Gewerbeamt die Handwerkskammer im Zuge der Gewerbeanmeldung automatisch informieren wird.

Option der nebenberuflichen handwerklichen Tätigkeit als Parkettverleger

Da für die Gewerbeanmeldung als Parkettverleger keine besondere Qualifikation nachzuweisen ist, kommt auch eine nebenberufliche Tätigkeit in Betracht. Perspektivisch kann sich daraus eine hauptberufliche Selbstständigkeit ergeben, wenn das Geschäft gut anläuft bzw. im Laufe der Zeit ein eigener Kundenstamm aufgebaut wird. Wer zunächst nur nebenberuflich als Parkettverleger arbeiten möchte, muss seinen Arbeitgeber darüber informieren und um Erlaubnis bitten. In vielen Arbeitsverträgen finden sich diesbezüglich explizite Klauseln.

Die Pflicht zur Gewerbeanmeldung gilt auch für den Nebenerwerb

Auch für eine nebenberufliche Tätigkeit ist grundlegend ein Gewerbe anzumelden, wenn die Tätigkeit regelmäßig ausgeübt wird. Wer nur ein oder zwei Mal pro Jahr Parkett verlegt, wird etwaige Einnahmen ohne Gewerbeanmeldung bei der Lohnsteuererklärung angeben können. Maßgeblich für die Gewerbepflicht ist eine dauerhafte Regelmäßigkeit, die auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Natürlich muss auch für eine solche nebenberufliche Tätigkeit Gewerbesteuer abgeführt werden, allerdings liegt der jährliche Freibetrag bei knapp 25.000 Euro. Insofern sorgt der Gesetzgeber quasi automatisch für eine Entlastung von nebenberuflichen Einkünften. Zudem kann im Rahmen einer nebenberuflichen Tätigkeitsausübung überlegt werden, ob die Kleinunternehmerregelung genutzt werden soll. Auf diese Weise kann auf Rechnungen gesetzeskonform auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichtet werden, sofern der Umsatz im ersten Jahr nicht höher als 17.500 und im Folgejahr nicht höher als 50.000 Euro ist. Auf einer entsprechenden Rechnung muss diesbezüglich aber ein expliziter Hinweis erscheinen. Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt, darf im Gegenzug aber auch den Vorsteuerabzug nicht geltend machen.
 

Gewerbe anmelden für Parkettverlegung: kompakte Zusammenfassung aller Schlüsselaspekte

1. Vor Aufnahme der handwerklichen Tätigkeit als Parkettverleger muss ein Gewerbe angemeldet werden

2. Es handelt sich um ein zulassungsfreies Handwerk, sodass kein Meistertitel geschweige denn ein spezifische Qualifikation vorzuweisen ist

3. Im Rahmen der Gewerbeanmeldung ist eine Eintragung in die Verzeichnisse der Handwerkskammer vorgesehen

4. Das zuständige Gewerbeamt wird in aller Regel die betreffende Handwerkskammer automatisch über die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit informieren

5. Auch für eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist ein Gewerbe für die Parkettverlegung anzumelden. Die Höhe der Einkünfte spielt dabei formal keine Rolle, wohl aber mit Blick auf die mögliche Nutzung der Kleinunternehmerregelung (Stichwort ‚Befreiung von der Pflicht zum Ausweis der Umsatzsteuer‘).

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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  • Wer sich mit einer Änderungsschneiderei selbstständig machen will, muss dazu beim zuständigen Amt in der Stadt/Gemeinde ein Gewerbe anmelden. Dies gilt auch für den Fall, dass es sich zunächst nur um ein Nebengewerbe neben dem Hauptberuf handelt.

  • Wer sich mit einem Fachgeschäft für Hörgeräteakustik selbstständig machen möchte, muss zwingend ein Gewerbe anmelden. Der auf diesem Weg zu erwirkende Gewerbeschein ist die Grundvoraussetzung dafür, den Geschäftsbetrieb offiziell aufnehmen zu dürfen. Beim Berufsbild des Hörgeräteakustikers handelt es sich um einen Handwerksberuf.