Coworking Spaces und Cybersicherheit: Welche Risiken gibt es für Unternehmen und Freiberufler?

Allein in Berlin soll es heute mehr als 50 Coworking Spaces geben, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Kleine Unternehmen, Startups und Freiberufler erhalten professionelle Arbeitsplätze bei voller Flexibilität. Zudem sind es ideale Orte, um Ideen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die gesamte Infrastruktur ist dabei im Preis inbegriffen, was für viele besonders praktisch ist.

Doch es kann ebenso einige Risiken mit Hinblick auf die Cybersicherheit geben. Nicht alle Räume lassen sich abschließen oder sichern, zudem können sich auch Kriminelle im Coworking Space einbuchen, um Informationen und Daten über das WLAN abzugreifen.
 

Steigende Gefahren durch Cyberattacken auf KMU

Ob im Coworking Space oder im eigenen Bürogebäude, die Gefahren durch Cyberattacken steigen für Unternehmen weiter an. Laut dem Allianz Risk Barometer bleiben Cybergefahren nach wie vor das größte Risiko im Jahr 2026. Die zunehmende Digitalisierung aller Bereiche treibt die Relevanz von IT-Sicherheit dabei immer schneller voran.

Während Cyberkriminelle es früher vor allem auf Großkonzerne abgesehen hatten, geraten heute zunehmend KMU und Startups ins Zielvisier. Diese verfügen nämlich oft nicht über die gleichen IT-Budgets, um für hohe Sicherheit zu sorgen. Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage sind dabei keine Randphänomene mehr, sondern gehören oft zum Alltag.

Eine weitere Beobachtung ist, dass Kriminelle zunehmend die Mitarbeitenden als schwächstes Glied in der Kette identifizieren. Sie werden dadurch zur Zielscheibe von Phishing oder Social Engineering, wodurch Kriminelle sich am Ende einen unbefugten Zugriff erhoffen. Moderne IT-Infrastrukturen und ausreichende Schulungen sind hierbei das beste Gegenmittel.
 

Konkrete Risiken und Tipps im Coworking Space


Auf die physische Sicherheit von Laptops und Datenträgern achten

Speziell zu Beginn mangelte es an vielen Orten sogar an grundlegenden Zugangskontrollen. Unbekannte Menschen konnten sich relativ einfach hineinschleichen und dann Wertsachen oder Datenträger stehlen. Mittlerweile haben aber die meisten Coworking Spaces dieses Problem erkannt und ihre Zugangskontrollen deutlich verbessert.

Heute ist der unbefugte Zugang meistens kein Problem, aber ein gewisses Risiko bleibt. Schließlich kann auch ein Krimineller sich einen Tageszugang sichern, um dann Ideen bei einem Startup abzugreifen. Unternehmen und Freiberufler müssen also weiterhin vorsichtig agieren. Bildschirmsperren und verschlüsselte Datenträger sind praktisch ein Muss.

Noch besser ist es, wenn das Coworking Space der Wahl zumindest den Eingangsbereich mit Überwachungskameras absichert. Weitere offene Bereiche können ebenfalls überwacht werden. Für besonders sensible Unterlagen oder Daten gibt es auch oft abschließbare Container, die man für geringe Zusatzkosten reservieren bzw. mieten kann.
 

Alle Übertragungen im WLAN mit VPN sicher verschlüsseln

Am Arbeitsplatz ist es vollkommen normal, sich das WLAN mit mehreren Mitarbeitenden zu teilen. Aber im Büro eines Unternehmens sitzen ausschließlich Kollegen, während im Coworking Space sich auch viele unbekannte Personen im gleichen WLAN befinden. Das Problem: Übertragungen im WLAN erfolgen oft unverschlüsselt und lassen sich somit einfacher auslesen.

Industriespionage kann also im geteilten WLAN mit Fremden zu einem ernsthaften Problem werden. Deswegen raten Sicherheitsexperten schon lange dazu, im öffentlichen WLAN alle Übertragungen durch den Einsatz einer VPN-App zu verschlüsseln. So lassen sich auf denkbar einfache Weise gestohlene Daten vermeiden.

Man kann eine moderne VPN-App kostenlos herunterladen und installieren, zur Nutzung ist aber der Abschluss eines Abos empfehlenswert. Seriöse Anbieter finanzieren dadurch die VPN-Infrastruktur und die Entwicklung neuer Technologien, was zur Sicherheit gegenüber neuen Gefahren beitragen kann.
 

Weitere IT-Sicherheitstipps für den Arbeitsalltag


Starke und einzigartige Passwörter verwenden

Ob im Coworking Space oder nicht, viele Menschen nutzen nach wie vor schwache Passwörter. Dabei sind diese für Angreifer aus dem Internet besonders leicht zu knacken. Bei sogenannten Brute-Force-Attacken probieren sie alle beliebten Kombinationen durch, bis sie einen Zugang erraten. Bei wiederverwendeten Passwörtern sind dann sogar mehrere Konten betroffen.

Deswegen sollte jedes Konto durch ein starkes und einzigartiges abgesichert werden. Es sollte lang und komplex sein, mit Sonderzeichen und Zahlen. Falls die anschließende Verwaltung zu kompliziert ist, empfiehlt sich ein moderner Passwort-Manager. Dieser kann auf Wunsch auch zufällige Passwörter generieren, die fast unmöglich zu knacken sind.
 

Alle aktuellen Sicherheitsupdates zügig installieren

Betriebssysteme wie Windows, MacOS, iOS und Android stellen in regelmäßigen Abständen Sicherheitsupdates bereit, um neu entdeckte Lücken zu schließen. Doch viele Menschen verzögern oder pausieren diese über Wochen hinweg und machen sich dadurch selbst leichter angreifbar. Grundsätzlich gilt: Updates sollten immer zügig installiert werden.

Hierzu kann man beispielsweise zur automatischen Updatefunktion greifen, die dann beim nächsten Neustart aktiv wird. Mobile Betriebssysteme für Handys erlauben sogar ein Update während der Nacht, was für viele Menschen besonders praktisch ist. Alle Updates sind dann am nächsten Morgen aufgespielt und das Gerät lässt sich sofort nutzen.
 

Mitarbeitende zu allen Cyberrisken schulen

IT-Systeme sind in den vergangenen Jahren grundsätzlich sicherer geworden, doch die Anzahl an erfolgreichen Angriffen ist dadurch nicht spürbar gesunken. Das liegt daran, dass Kriminelle heute zunehmend die Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner als schwächstes Glied in der Kette angreifen. Sie nutzen hierfür Phishing, Social Engineering oder KI-Deepfakes.

Das bedeutet, es ist heute wichtiger denn je, alle Mitarbeitenden über die Gefahren durch Cyberangriffe aufzuklären. IT-Sicherheitsschulungen sollten kein einmaliges Event sein, sondern zu regelmäßigen Abständen das Wissen vertiefen und zu neuen Gefahren informieren. So lässt sich die Sicherheit im ganzen Unternehmen deutlich steigern.
 

Fazit: Im Coworking Space gibt es zusätzliche IT-Risiken, die jedoch mit den richtigen Tipps kein Problem sind

Cybersicherheit ist heute aufgrund der hohen Digitalisierung ein ausgesprochen wichtiges Thema. Besondere Vorsicht gilt dabei beim Arbeiten im Coworking Space. Laptops und Datenträger sollten immer ausreichend abgesichert werden. Zudem kann ein VPN alle Übertragungen im WLAN verschlüsseln und so die Sicherheit erhöhen.

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