Selbstständig machen: Ihr Fahrplan zur Gründung


Sie möchten sich selbstständig machen? Auf dieser Einstiegsseite und allen folgenden Seiten gehen wir auf die wichtigsten Fragestellungen und Punkte ein, die für angehende Selbstständige und Existenzgründer wirklich wichtig sind.

Sich selbstständig zu machen ist für viele ein großer Traum. Endlich kein Chef mehr, der stresst, endlich die eigene Idee in die Tat umsetzen, endlich richtig gutes Geld verdienen! So oder ähnlich klingen die Wunschvorstellungen. Die Realität aber sieht mitunter vollkommen anders und vor allem viel anstrengender aus. Das Hobby zum Beruf machen, das, was einen wirklich leidenschaftlich interessiert professionell verfolgen – die Freiheit, die diese Arbeitsweise bringt, ist enorm. Allerdings ist daran auch eine hohe zeitliche Belastung insbesondere am Anfang gekoppelt. Schlittern Gründungswillige unvorbereitet in die Selbstständigkeit, geschieht es nicht selten, dass der umfassende Papierkrieg die Motivation auffrisst und vor allem ganz viel Geld verbrennt. Sich gut vorzubereiten und dafür Sorge zu tragen, dass der Schritt in die Selbstständigkeit auf einer tragfähigen Basis stattfindet, spart Geld und verschafft eine gefestigte Ausgangssituation.
 

Die Startbedingungen beeinflussen den Verlauf

Wer mit einem üppigen Startkapital in die Selbstständigkeit startet, hat es gut. Doch die wenigsten sind in dieser Position, wenn es um die Selbstständigkeit geht. Bei ganz vielen ist das Geld knapp. Die Statistiken zeigen, dass eine zu dünne Kapitaldecke zum vorzeitigen Aus eines hoffnungsvollen Unternehmens führt. Tatsächlich ist fehlendes Kapital einer der Hauptgründe, warum in den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit so vieler scheitern.
 

Betrachten Sie mit uns die typischen Positionen, aus denen Existenzgründungen erfolgen in folgenden Beiträgen:



1. Endlich selbstständig: Was bedeutet es, auf eigenen Beinen zu stehen?

Wer sich fragt, wie es ist selbstständig zu sein, der malt sich die Situation in den buntesten Farben aus. Die Freiheit ist verlockend, die Möglichkeit abwechslungsreiche Aufträge anzunehmen ebenfalls. Vor allem die Idee vom selbstbestimmten Arbeiten reizt viele. Doch ist das wirklich so reizvoll? Es gibt zwei geflügelte Sprüche, die gegensätzlicher nicht sein könnten:

  1. Selbstständig zu sein bedeutet selbst und ständig zu arbeiten.“

  2. Selbstständig zu sein bedeutet selbstbestimmt zu arbeiten.“

Tatsächlich ist Selbstständigkeit eine reine Einstellungssache. Wenn Sie von vornherein der Meinung sind, dass Selbstständigkeit viel mit Überstunden, wenig Schlaf und nicht enden wollender Arbeit zu tun hat, manövrieren sie sich mental in eine ungünstige Position. Mit dieser Einstellung Erfolg zu haben ist gar nicht so einfach, denn sie müssen nicht nur gegen ihre Konkurrenz, sondern vor allem auch gegen sich selbst arbeiten.

Mit einer bejahenden Einstellung lässt sich die Existenzgründung wesentlich freundlicher und leichter auf den Weg bringen. Sie müssen nicht selbst und ständig arbeiten. Sie können Ihre Selbstständigkeit nach Ihren Vorstellungen gestalten, Sie bestimmen selbst, wie, wo, was, wie lange, mit wem und für wen Sie Ihre Zeit investieren. Jetzt geht es noch darum dafür genau die richtige Form zu entwickeln. Genau da fängt die Selbstständigkeit an. Denken Sie selbst. Entscheiden Sie selbst. Tragen Sie die Konsequenzen selbst – die positiven und die negativen.

Eine Möglichkeit die Selbstständigkeit geordnet anzugehen ist Pragmatismus. Wenn Sie pragmatisch vorgehen, dann überlegen Sie bei jedem Schritt genau, wie Sie Ihre Selbstständigkeit so gestalten können, dass Sie nach Möglichkeit die Dinge tun, die Ihnen liegen und die Sie können. Alles andere geben Sie ab.

Fakt ist nun einmal, Sie können nicht alles selbst machen, weil Sie nicht alles wissen. Niemand tut das. Schließlich sind Sie keine fertige Unternehmerin und kein fertiger Unternehmer, sondern Sie sind Existenzgründer mit einer Geschäftsidee. Mit einer gewissen Prise Pragmatismus strukturieren Sie Ihr Business von Tag eins an übersichtlich durch. Dann fällt es Ihnen in der Folgezeit wesentlich leichter unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte die Aufgaben gezielt heraus zu picken, für die Sie professionelle Unterstützung suchen müssen. Übrig bleibt das, was Sie selbst machen können und hoffentlich auch machen wollen.
 

Vor der Vorgründungsphase steht die Planungsphase

Und damit sind wir schon mittendrin in der Planungsphase, die Sie - hoffentlich aus einer komfortablen finanziellen Situation heraus – in Ruhe durchlaufen können. Im Idealfall verdienen Sie bereits gutes Geld, haben ein gewisses Startkapital angespart, profitieren von funktionierenden Geschäftskontakten und haben praktische Erfahrung in Ihrem Metier.

Brennen Sie für Ihre Vision und können es gar nicht abwarten, sich in der Freizeit an den Schreibtisch zu setzen, um die Geschäftsidee aus der Gedankenwelt zu Papier zu bringen? Dann haben Sie viel Energie in sich, die Sie in der Vorgründungs- und Gründungsphase dringend brauchen.

Doch es kann auch anders laufen. Im ungünstigsten Fall haben Sie keine fundierte Ausbildung, praktisch kein Geld auf der Bank und die vage Vorstellung davon, sich irgendwie selbstständig zu machen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wie das gehen soll, liegt weitgehend im Dunkeln und Sie wissen nicht so genau, wie Sie die Sache angehen sollen. Wenn Sie eher zu dieser Gruppe zählen, dann liegt noch viel mehr Arbeit vor Ihnen, als Sie jetzt überblicken können. Unser Tipp: Gehen Sie zu einer Existenzgründungsberatung und lassen Sie sich über die Herausforderungen der Selbstständigkeit umfassend beraten. Beschäftigen Sie sich intensiv mit Ihrer eigenen Motivation und sorgen Sie dafür, dass Ihr Umfeld Sie ebenfalls unterstützt. Denn falls die eigene Familie die Selbstständigkeit für ungeeignet hält, der Partner ständig gegenredet und niemand bereit ist, Sie emotional und finanziell in der Not zu unterstützen, dann wird die Selbstständigkeit sicherlich ein sehr schwieriges Unterfangen. Es ist nicht unmöglich, aber enorm herausfordernd.

Ganz egal, aus welcher Ausgangssituation Sie tatsächlich starten, Sie müssen mit Ihren individuellen Voraussetzungen arbeiten. Unser Leitfaden startet bei null. Und das bedeutet, dass Sie eine überzeugende Geschäftsidee entwickeln müssen.



2. Die Geschäftsidee: Basis Ihres Erfolgs

Es gibt viele Wege, aus einer ersten Idee ein tragfähiges Geschäftskonzept zu machen. Die Geschäftsidee ist nur der zündende Funke. Die Ausarbeitung der Idee zu einem wirtschaftlich funktionierenden, konkurrenzfähigen Angebot ist viel Arbeit. Es reicht nicht zu sagen „Ich mache mich als Trockenbauer selbstständig“ und sich dann einen Gewerbeschein zu holen und neben dem Telefon auf Aufträge zu warten. Sie brauchen ein Konzept, das Sie von der Konkurrenz unterscheidet und Ihnen ein ganz klares Profil gibt. Warum sollen Kunden bei Ihnen kaufen? Welchen Preis muss das Angebot haben, damit sich die Selbstständigkeit rentiert? Die Entwicklung der Geschäftsidee ist die Grundlagenarbeit für das umfassende Geschäftsmodell. Es gibt vier Kernfragen, die sich bei der Entwicklung des Geschäftskonzepts ins Zentrum der Aufmerksamkeit drängen:

  1. Worin besteht die Leistung/das Angebot?
  2. Welche Zielgruppe soll konkret angesprochen werden?

  3. Welchen Nutzen hat das Angebot für den Kunden?

  4. Wie teuer ist das Angebot?

Rund um diese vier Kernfragen werden Sie mit vielen Aspekten der Geschäftsmodellentwicklung in Berührung kommen, die sich zu einer Gesamtheit verdichten. Um ein tragfähiges Geschäftskonzept aufzubauen, sollten Sie mindestens die folgenden Aspekte durchdenken und inhaltlich präzisieren:
 

Was ist Ihre Vision?

Stiften Sie mit Ihrer Geschäftsidee einen Sinn? Lösen Sie Kundenprobleme? Warum wollen Sie die Geschäftsideen realisieren? Und wo werden Sie in einem Jahrzehnt mit der neuen Firma stehen? Wenn Sie es schaffen, Ihre Vision auf zwei Sätze zu reduzieren, geht es zum nächsten Punkt.
 

Was bringen Sie als Gründer mit?

Ihre Fähigkeiten sind von zentraler Bedeutung. Gründen Sie im Team, sind auch die Fähigkeiten der anderen Gründer wichtig. Wo sind Sie besonders gut und was können Sie gar nicht? Falls es erhebliche Lücken gibt, sollten Sie einen Plan dafür entwickeln, wie Sie diese schließen können.
 

Welche Bedürfnisse habe die Kunden?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie tief in die Analyse einsteigen. Wer ist Ihr Zielmarkt, wer ist Ihr Zielkunde? Sie müssen die Zielgruppen definieren, damit Sie das Angebot maßgeschneidert erstellen können. Es macht beispielsweise einen großen Unterschied, ob Sie für Privatkunden oder für Geschäftskunden arbeiten. Wenn Ihnen klar ist, wen Sie gezielt ansprechen wollen, können Sie die Bedürfnisse identifizieren. Einen Schritt weiter geht die Frage nach dem Kundenproblem. Wie löst Ihr Angebot das Problem der Kunden? Ein praktisches Beispiel soll zeigen, wie wichtig diese Kernfrage ist.

Beispielfall: Sie wollen ein Café eröffnen, in denen sich junge Eltern mit ihren Kindern treffen können. Auf der Karte stehen kleine Mahlzeiten, Snacks und Kuchen. Viele Eltern legen großen Wert auf bewusste Ernährung, doch in den Cafés in der Stadt ist das Produktangebot nur auf Erwachsene ausgerichtet. Sie können das Sortiment in Ihrem Kaffee um gesunde Snacks ohne Zucker und Konservierungsstoffe für Kinder und Kleinkinder erweitern. Damit schaffen Sie sich ein einzigartiges Profil und lösen ein Grundproblem der Eltern.

Indem Sie sich auf die Zielgruppe einlassen und sich mit ihren Problemen befassen, Sie sich ein Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Proposition = USP) fast automatisch.
 

Wie ist der Wettbewerb auf ihrem Markt?

Wenn Sie sich bereits mit den Kundenbedürfnissen und Problemen befasst haben, sind Sie ein großes Stück weit in die Marktanalyse eingetreten. Sie sollten noch genauer hinsehen. Schätzen Sie das Marktvolumen ab und treffen Sie Aussagen über die zu erwartende Marktentwicklung. Um das tun zu können, brauchen Sie Zahlen, Daten und Fakten. Diese finden Sie in Branchenkennzahlen der Banken, in Berichten von Verbänden und Vereinigungen, in der Zeitung und in Foren. Finden Sie heraus, welche Trends Ihren Markt in Zukunft erwartet, vielleicht fällt Ihnen dabei eine noch bessere Marktlücke auf, in der Sie das geplante Unternehmen profitabel positionieren können.

Falls Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie keinerlei Wettbewerber fürchten müssen, sollten Sie sich noch einmal hinsetzen und genauer nachprüfen. Im Grunde gibt es immer ein Konkurrenten, meist sind es sogar wesentlich mehr. Identifizieren Sie Ihre Konkurrenz, wobei 3 bis 5 wichtige Mitbewerber ausreichend sind. Analysieren Sie die Konkurrenz nach ihren Stärken und Schwächen. Auf Basis dieser Informationen fällt es leicht, die eigene Positionierung damit zu vergleichen. Daraus ergibt sich ein Blick auf die Konkurrenzsituation. Abschließend zum Bereich Markt und Wettbewerb sollten Sie die relevantesten Gründe zusammenstellen, die einen Zielkunden dazu bewegen, sich für Ihr Angebot und nicht für das der Konkurrenz zu entscheiden.
 

Markttest starten

Wenn Sie die Grundlagen überprüft und die Geschäftsidee weiterentwickelt haben, testen Sie Ihre getroffenen Annahmen. Das kann entweder als Fragebogen im Internet oder als Test auf der Straße passieren. Die Frage, die Sie beantworten müssen, ist, ob jemand Ihr Angebot wirklich kaufen würde. Wenn Sie ein Café eröffnen wollen, könnten Sie die Produkte auf der Straße anbieten, um die Resonanz festzustellen. Geht es um Dienstleistungen, ist ein Fragebogen die bessere Wahl. Die Ergebnisse werten Sie aus und nutzen vor allem das negative Feedback, um sich zu verbessern.
 

Positionierung festlegen

Haben Sie Ihr Produkt so weit entwickelt und wissen, wer die Zielgruppe ist, geht es an die Marktpositionierung. Die Positionierung ist eng verbunden mit der Marktstrategie, die Sie mit der Firma fahren wollen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Qualität des Angebots sind wesentlich, um die Positionierung festzulegen. Wollen Sie im obersten Preissegment anbieten, im Mittelfeld oder im unteren Bereich? Wie stehen Sie im Vergleich zu den Konkurrenten da? Es gibt eine ganze Reihe von Handbüchern, die sich intensiv mit dem Thema Positionierung beschäftigen. Arbeiten Sie sich ein und machen Sie sich nicht nur Gedanken, sondern schreiten sie zur Tat. Werden Sie konkret und legen Sie fest, wie Sie sich positionieren wollen.
 

Kundengewinnungsstrategie erarbeiten

Klappern gehört zum Handwerk und die Frage aller Fragen ist: Wie wollen Sie Kunden erreichen, ansprechen und gewinnen? Es reicht nicht, ein gutes Produkt zu entwickeln und es ins Schaufenster zu stellen. Die Kunden müssen Sie finden. Das gilt in Zeiten des Online-Versandhandels umso mehr. Die Konkurrenz ist riesengroß und Sie brauchen eine zuverlässige Marketingstrategie. Haben Sie eine Strategie entwickelt, brauchen Sie Geld, um die Aktivitäten zu realisieren. Welche Marketingkanäle sind die richtigen für Sie? Erreichen Sie Ihre Kunden über Social Media? Schreiben Sie Blogbeiträge oder bieten Sie das Produkt beim Internetriesen Amazon an? Alle Absatzkanäle und Akquisemaßnahmen, die Sie zum Ziel bringen sollten, sind wichtig und müssen benannt sowie mit einem bestimmten Budget einkalkuliert werden.
 

Einnahmemodell festlegen

Was kostet Ihr Angebot? Womit machen Sie Umsatz? Wie groß ist die Marge? Aus diesen drei Fragen ergeben sich zahlreiche Folgefragen. Sie müssen sich mit Provisionen und Gewinnaufschlägen beschäftigen. Auf Basis seriöser bearbeiteter Zahlen nehmen Sie Prognosen zur Umsatzentwicklung vor. Entwickeln Sie Kennzahlen, die nur auf ihr Geschäftsmodell passen. Eine Kennzahl könnte die Häufigkeit der Besuche auf der Website sein, die anderer die Größe eines Warenkorbs, die dritte die Dauer einer Geschäftsbeziehung.

Ähnlich gehen sie bei den Ausgaben vor. Welche Fixkosten stehen demgegenüber, welche variablen Kosten sind zu bedenken? Neben den Einnahmen und Ausgaben in der Gewinn und Verlustrechnung dürfen Sie bei der Kalkulation nicht vergessen, dass es auch bilanzielle Kosten gibt, die den Gewinn mindern. Darunter fallen beispielsweise die Abschreibungen oder Rückstellungen für zukünftige Verbindlichkeiten. Sollten Ihnen an dieser Stelle mehr Fragezeichen über dem Kopf schwirren, als dass Sie verständnisvoll nicken, sollten Sie dringend mit einem Gründungsberater oder einem Steuerberater sprechen, der Ihnen bei dieser sehr wichtigen Aufgabe hilft. Wenn die Kalkulation nicht stimmt, können Sie mit Ihrem Vorhaben ganz schnell scheitern.
 

Wie lässt sich Ihr Geschäftsmodell umsetzen, welche Ressourcen brauchen Sie?

Bei Ressourcen handelt es sich um notwendiges Kapital, Personal, die Betriebs- und Geschäftsausstattung in Ihrem Laden oder Büro, das Warenlager, die Internetseite oder noch zu entwickelnde Technologien, die Sie für Ihr Vorhaben benötigen. Ebenfalls wichtige Ressourcen verbergen sich in den Geschäftsbeziehungen zu Vertriebspartnern und Lieferanten, zu Banken und anderen Beteiligten, die für die Entwicklung und Verbesserung des Geschäfts nötig sind.



3. Brauche ich einen Businessplan?

Ob Sie einen Businessplan brauchen oder nicht, hängt davon ab, ob Sie eine Finanzierung brauchen oder nicht. Ein Businessplan ist immer dann nötig, wenn sie jemand anderen von der Tragfähigkeit Ihres Geschäftskonzepts überzeugen wollen. Banken fordern grundsätzlich ein Businessplan an, wenn Sie die Selbstständigkeit finanzieren sollen. Der Businessplan besteht aus zwei Teilen.
 

Im ersten Teil des Businessplans legen Sie detailliert Ihr Geschäftskonzept dar. Sie beginnen bei Ihrer Gründerpersönlichkeit, erläutern Ihre Motivation, beschreiben Ihre Zielsetzung und Vision für das Unternehmen. Sie gehen auf die Konkurrenzsituation ein, beschreiben Ihre Mitbewerber, legen Stärken und Schwächen dar und erklären, welches Angebot Sie an welche Zielgruppe richten wollen. Sie beschreiben im Prinzip jeden einzelnen Baustein der geplanten Geschäftstätigkeit. Die Vorarbeiten, die Sie bei der Entwicklung Ihrer Geschäftsidee geleistet haben, sind jetzt sehr wertvoll. Denn damit haben Sie bereits die allermeisten Informationen zusammen, die eine Bank, ein potenzieller Investor oder ein neuer Geschäftspartner sehen will.

Im zweiten Teil geht es dann in die Berechnungen oder den so genannten Finanzplan. In der Regel erwarten Banken Dreijahrespläne, besser noch Fünfjahrespläne. Sie müssen die geplanten Investitionen darlegen, die Liquidität nachweisen und belegen, dass Sie den Kapitaldienst leisten können. Das bedeutet, dass Sie mit dem neuen Business in der Lage sein werden, den angefragten Kredit zurückzuzahlen. Die Kapitaldienstrechnung lässt sich natürlich nur machen, wenn die Kredithöhe feststeht. Für Geschäftspartner oder Investoren ist dieser Teil des Businessplans in der Regel uninteressant.

Damit ein fremder Dritter sofort versteht, wie sich die Zahlen in dem Finanzplan zusammensetzen, braucht es einen schriftlichen Erläuterungsteil. In diesem wird Position für Position erklärt, wie sich die Zahlen ergeben. Je nach Vorlage des Finanzplans orientieren sich die Positionen an einer klassischen betriebswirtschaftlichen Auswertung. Die Zahlen in dem Finanzplan sind zum Beispiel Angaben zu Umsatzerlösen, dem Wareneinsatz, zu Personal- und Raumkosten, zu den erwartenden betrieblichen Steuern, Versicherungsbeiträge und Kfz-Kosten, Werbekosten und Abschreibungen sowie Zinsen für Kredite. Die relevanten Informationen, die die jeweiligen Werte ergeben, die Sie in dem Finanzplan eingetragen haben, müssen Sie verständlich und übersichtlich darstellen. Das klingt jetzt recht kompliziert, muss es aber nicht sein.

Sie können den Businessplan entweder in Zusammenarbeit mit einem Existenzgründungsberater herstellen oder selbst aktiv werden. Wie ein Businessplan erstellt wird, und was es dabei zu beachten gilt, wird in den entsprechenden Artikeln erläutert. Außerdem finden Sie erste Hinweise im folgenden Abschnitt.

Weiterführende Beiträge:

Aufbau: So schreiben Sie einen richtig guten Businessplan (Step by Step)

Brauchen Sie einen Gründercoach, um einen Businessplan zu erstellen?

5 Gründe, die "für" einen Businessplan sprechen

x Gründe, die "gegen" einen Businessplan sprechen

Sind Businesspläne nur für Gründer wichtig?

Tipps für den Businessplan



4. Finanzplan – womit rechnen Sie?

Mit dem Textteil des Businessplans erwecken Sie Ihre Geschäftsidee zum Leben und beschreiben ganz genau, warum Ihre Idee zum Erfolg führen wird. Doch da Banker und potenzielle Investoren nachprüfbarer realistische Zahlen brauchen, um eine wirtschaftliche Entscheidung treffen zu können, kommen Sie um eine präzise Finanzplanung nicht herum.
 

Was ist der Finanzplan?

Der Finanzplan ist ein Oberbegriff. Er fasst mehrere Teilpläne zusammen, die bestimmte Aspekte eines Vorhabens behandeln. Der Finanzplan bestätigt die Ausführungen des Textteils und erläutert mit den Berechnungen die prognostizierten Erfolgsaussichten. Und genau hier liegt die Crux. Finanzpläne von Existenzgründern stützen sich in der Regel auf pure Prognosen, auf Annahmen und theoretische Grundlagen. Es bestehen noch keine Erfahrungswerte, die als überzeugende Basis dienen könnten. Manche Banken schmettern deshalb eine zu optimistische Berechnung als unrealistisch ab und sind nicht bereit, eine Finanzierung zu bewilligen. Eine clevere Möglichkeit, eine solche Reaktion zu vermeiden ist die Erstellung von drei Szenarien:

  1. worst case

  2. real case

  3. best case

Zeigen Sie der Bank oder dem Investor, dass Sie mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und sich im Klaren über die Wirkung der Faktoren sind, die die Entwicklung Ihres Vorhabens beeinflussen.
 

Der worst case: So läuft es schlimmstenfalls

Der worst case prognostiziert eine Entwicklung, wie sie im schlimmsten Falle stattfinden könnte. Hier arbeiten Sie mit der absoluten Untergrenze der möglichen Werte. Natürlich muss auch der worst Case auf dem Papier langfristig zum Erfolg führen und das im besten Fall innerhalb des präsentierten Planungszeitraums. Ist das nicht machbar, sollten Sie den Planungszeitraum entsprechen verlängern.
 

Der real case: So läuft es wahrscheinlich

Mit dem real case stellen Sie den Verlauf der Entwicklung so dar, wie er aus Ihrer Sicht unter Berücksichtigung aller Faktoren am wahrscheinlichsten ist. Die Zahlen der Vorausberechnungen in diesem Szenario bewegen sich rein wertemäßig zwischen dem worst case und dem best case
 

Der best case: so läuft es, wenn alles optimal ist

Mit dem best case Zeichnen Sie ein Bild von der Zukunft, wie es unter den perfekten Bedingungen laufen könnte. Sie reduzieren kritische Risiken, planen von Anfang an mit höheren Umsätzen oder stellen die Kostensituation für bestimmte Positionen günstiger dar. Natürlich müssen alle Zahlen immer eine erklärbare Grundlage haben. Es geht nicht darum, eine Utopie aufzuzeichnen, sondern seriöse Szenarien zu präsentieren, wie sie unter den gegebenen Bedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten entstehen könnten.
 

Tipp: Wenn Sie im Businessplan ein wenig tiefer stapeln und Ihre eigenen Prognosen in der Realität ein Stück weit übertreffen, stärkt der Erfolg im Nachhinein das Vertrauen der Geldgeber in Ihre Fähigkeiten. Anknüpfend an eine solch positiven Entwicklung lässt sich langfristig mit den Geschäftspartnern leichter Geschäfte machen. Zwar müssen Banken sich an bankinterne Vergaberegeln halten, doch die Sachbearbeiter haben einen gewissen Handlungsspielraum bei der Kreditvergabe. Eine gute und vertrauensvolle Basis mit persönlichen Kontakten ist auch in Zeiten von Online-Kreditangeboten hilfreich bei Kreditgeschäften.


Dreijahreszeitraum und Planungsebenen

Üblicherweise werden drei Jahrespläne eingereicht. Generell ist es Gang und gebe, dass das erste Jahr auf Monate herunter gebrochen wird. Die Folgejahre können sie auf Jahresebene vorbereiten. Banken und Investoren wollen aus dem Finanzplan herauslesen, dass das investierte Geld rentabel angelegt ist. Abgesehen davon müssen Sie nachweisen, dass sie einen Kredit wie vereinbart zurück bezahlen können.
 

Bestandteile eines Finanzplans

Ein Finanzplan besteht aus mehreren Teilplänen. Diese müssen nicht alle auch für Sie gelten, die Kombination der nötigen Pläne hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel die Anforderungen der Bank und das Geschäftskonzept. Doch ganz egal, welche Teilpläne für Sie von Bedeutung sind, die jeweils erforderlichen Pläne greifen ineinander. Bestimmte Ergebnisse aus einem Plan fließen in die Berechnungen von anderen Plänen ein. Falls Sie über Excel eine eigene Finanzplanung erstellen wollen, müssen sie auf die korrekten Formeln achten und die Felder richtig verknüpfen. Aufgrund der zu erwartenden Komplexität ist es allerdings ratsam, bestehende Vorlagen aus dem Internet zu nutzen. Eine hilfreiche und seriöse Anlaufadresse ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Folgende Teilpläne ergeben zusammen einen Finanzplan mit dem größtmöglichen Umfang:

  • Umsatzplanung

  • Kostenplanung

  • Investitionsplanung

  • Liquiditätsplanung

  • Kapitalbedarfsplanung

  • Finanzierungsplanung

  • Rentabilitätsberechnungen
     

Die Umsatzplanung

Starten Sie mit den Berechnungen, nehmen sie sich zuerst die Umsatzplanung vor. Hier müssen Sie – wie überall sonst – ganz zuverlässig arbeiten. Denn die hier gemachten Angaben beeinflussen die gesamte Qualität des Finanzplans. Als Grundlage für Ihre Berechnungen spielen die Absatzzahlen in Form von Stunden oder Stückzahlen oder in anderen Einheiten eine Rolle. Umsatzplan werden die Einheiten entsprechend eingegeben und wirken sich sofort auf die Resultate aus.
 

Die Kostenplanung

Im Kostenplan geben Sie detailliert alle Positionen aus dem Kostenbereich an, die in regelmäßigen Abständen einfallen. Manche Kosten wie beispielsweise die Miete oder Versicherungsbeiträge haben stets die gleiche Höhe (fixe Kosten), andere hängen von den Umsätzen ab, zum Beispiel die Kosten für Fremdleistungen, Versandkosten und anderes mehr (variable Kosten). Hier sehen Sie bereits eine konkrete Verwendung zwischen einem Umsatzplan und einem Kostenplan und die sich daraus ergebende Wechselwirkung.
 

Die Investitionsplanung

In der Regel ist es so, dass Sie in der Gründungsphase hohe Ausgaben haben. Sie müssen beispielsweise in Fahrzeuge oder Betriebs und Geschäftsausstattung investieren. Aus den erst Investitionen bilden sich nach Ablauf eines gewissen Zeitraumes auch Folgeinvestitionen heraus. So kann es beispielsweise sein, dass Sie ein Transportfahrzeug in einem Turnus von zwei Jahren austauschen, weil es dann die zumutbarer Kilometerleistung erbracht hat. Auch produzierende Maschinen, die eine bestimmte Auslastung nicht überschreiten können, müssen mit zusätzlichen Anschaffungskosten berücksichtigt werden, wenn die Kapazitäten erschöpft oder der Nutzungszeitraum aufgrund der hohen Kapazitäten abgelaufen ist.
 

Die Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsplanung wird auch Kapitalbedarfsplanung genannt. Mit dieser Planung berechnen Sie voraus, wann Sie wie viel Geld brauchen. Dadurch kontrollieren Sie Ihre Zahlungsfähigkeit. Stellen Sie zum Beispiel fest, dass Sie im Juli des zweiten Jahres vorübergehend in die roten Zahlen rutschen, weil Sie beispielsweise vorzeitig eine neue Maschine anschaffen müssen, können Sie diesen Bedarf bereits beim Bankgespräch aufzeigen und die zu erwartende Kontoüberziehung vorab mit der Bank besprechen. Denn wenn es um Liquiditätsengpässe geht, werden Sie ohne die Unterstützung der Hausbank nicht handeln können. Im schlimmsten Fall droht die Zahlungsunfähigkeit und damit die Insolvenz.
 

Kapitalbedarfsplanung und Finanzierungsplanung

Mit dem Kapitalbedarf Plan ermitteln Sie, wie viel Geld Sie in der Startphase benötigen. Im Finanzierungsplan legen sie da, vorher das Kapital kommt, um den Bedarf zu decken. Als Quellen können unter anderem Eigenkapital, Beteiligungskapital und Fremdkapital infrage kommen.
 

Die Rentabilitätsberechnungen

Die Rentabilitätsplanung gibt darüber Auskunft, ob und wann Sie Gewinne erwirtschaften. Die Rentabilitätsberechnung greift auf die Zahlen aus der Umsatzplanung und Kostenplanung zurück. Auf diese Weise ist auf einen Blick erkennbar, wie sich ein Geschäft entwickelt.



5. Kapitalbeschaffung

Wenn Sie für Ihre Geschäftsidee Kapital brauchen, müssen Sie mitunter kreativ werden, um die geeigneten Quellen zu erschließen. Sie können sich im Freundeskreis umsehen oder die Familie fragen, sich bei "Business Angels" vorstellen oder zur Bank gehen. Ein gewisser Grundstock von Eigenkapital sollte übrigens grundsätzlich vorhanden sein. Mit der Notreserve, die aus durchschnittlich drei Monatsumsätzen bestehen sollte, überbrücken Sie umsatzschwache Zeiten. Nicht zuletzt sind auch Fördermittel wie Förderkredite oder nicht rückzahlbare Zuschüsse, öffentliche Bürgschaften und Garantien eine Möglichkeit, an Kapital zu kommen. In den folgenden Absätzen werden die unterschiedlichen Beschaffungsmöglichkeiten kurz angerissen. Sie finden ausführliche Beiträge hier auf der Website, die wir Ihnen entsprechend verlinken.
 

Business Angels

Business Angels sind private Investoren, die ein neues Unternehmen finanziell unterstützen. Ein Business Angel gibt Kapital und erwartet dafür eine Beteiligung. Das bedeutet, dass Sie einen Teil des Gewinns an den Investor abgeben müssen. Zusätzlich werden Business Angel nur für eine gewisse Zeit mit ihrem Kapital in Ihrer Firma bleiben. Die Regel ist, dass der sogenannte „Exit“ bereits zum Zeitpunkt der Investitionen verhandelt wird. Da Business Angel individuell verhandeln und Angebote jenseits von Banken üblichen Konditionen und Regeln machen, brauchen Sie Verhandlungsgeschick und ein wenig Erfahrung. Sinnvoll ist, sich an Organisationen zu wenden, die die Zusammenarbeit zwischen Business Angels und Gründern begleiten. Gelegentlich bietet auch die örtliche Wirtschaftsförderung oder eine Bank eintreffen mit lokal ansässigen Business Angels an.
 

Fremde Investoren

Nicht jeder, der Geld investieren will, gibt sich als Business Angel zu erkennen. Manche Investoren und Unternehmen suchen gezielt nach neuen Firmen, denen sie eine rosige Zukunft prognostizieren. Um Gründe und Investoren zusammenzubringen, eignen sich Messen. Es gibt zum Beispiel die Veranstaltungsreihe mit der Bezeichnung „Eigenkapitalforum“ oder Konferenzen zur Unternehmensfinanzierung. Es ist ratsam, bei Interesse an solchen Investoren nach Veranstaltungen in den großen deutschen Städten Ausschau zu halten. Messen und Veranstaltungen dieser Art finden zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf München und Stuttgart statt.
 

Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting gewinnen Sie für ihre Geschäftsidee vieler einzelner Geldgeber. Dazu nutzen Sie eine Crowdinvesting-Plattform. Auf dieser Plattform präsentieren Sie Ihr Vorhaben, sodass es für mögliche Investoren interessant wird. Die Investoren sind Anleger und am Gewinn Ihres Unternehmens beteiligt. Im Unterschied zu den Business Angels können Investoren bereits mit ganz kleinen Beträgen Anteilseigner werden auf manchen Plattformen geht das bereits ab fünf Euro. Der große Vorteil beim Crowdinvesting ist, dass sie nicht abhängig von einem einzigen Geldgeber sind, zum Beispiel von einem Business Angel oder einer Bank.
 

Geld von der Familie leihen

Falls externe Geldgeber – aus welchen Gründen auch immer – für Sie nicht infrage kommen, könnte vielleicht die Familie helfen. Eltern, Geschwister, Tanten oder Onkel sind vielleicht eher geneigt, in einer Geschäftsidee Geld zu investieren, wenn der eigene Sohn oder die Enkelin, die Nichte oder der Neffe, Schwester oder Bruder danach fragt. Familienmitglieder verlangen in der Regel keine Gewinnbeteiligung, sondern überlassen das Geld zinslos oder zu einem sehr geringen Zinssatz. Ähnlich ist es im Freundeskreis. Falls Sie zu denjenigen gehören, die keine Familienmitglieder haben, die ihnen und ihrem Geschäftssinn vertrauen, könnten Freunde eine passende Alternative darstellen.
 

Lieferantenkredit

Ein Lieferantenkredit ist ein Kredit eines Geschäftspartners, der ein vergleichsweise langes Zahlungsziel gewährt. Das bedeutet, dass Sie bei einem Lieferanten etwas bestellen, die Ware oder Dienstleistung erhalten, die Rechnung aber erst beispielsweise nach drei oder sechs Monaten bezahlen. Der Lieferantenkredit ist insofern ein Zahlungsaufschub und verschafft Ihnen im laufenden Geschäft Handlungsspielraum.
 

Vorkasse vereinbaren

Während Sie beim Lieferantenkredit das Zahlungsziel so weit wie möglich nach hinten schieben, können sie über die Vereinbarung der Vorkasse von Kunden Geld erhalten, bevor Sie selbst liefern. Es ist in einigen Online-Shops an der Tagesordnung, dass zuerst bezahlt, und dann geliefert wird. Es spricht nichts dagegen, sich dieses Geschäftsverhalten selbst anzueignen. Gerade bei neuen Kunden, über deren Zahlungsverhalten Sie noch keine Historie Kenntnis haben, ist die Vorkasse durchaus diskussionsfähig. Auch Teilzahlungen im Voraus lassen sich realisieren – selbst bei Bestandskunden ist das möglich. Wichtig ist, dass Sie mit den Geschäftspartnern transparent kommunizieren.
 

 



6. Welche Rechtsform ist die richtige?

Die Wahl der Rechtsform hat weit reichende Konsequenzen. Diese erstrecken sich auf persönliche, finanzielle, steuerliche und rechtliche Belange. Dabei hat jeder eigene Schwerpunkte, nach denen die Rechtsform ausgewählt wird. Was für den einen besonderes Gewicht hat, ist für den anderen uninteressant. Das betrifft zum Beispiel das Ansehen, welches eine Rechtsform mit sich bringt.
 

Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften

Die Rechtsformen lassen sich zunächst in die drei Hauptkategorien Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften trennen. Einzelunternehmen und Personengesellschaften lassen sich in einem Atemzug nennen, denn die Haftungsverhältnisse sind vergleichbar.
 

Einzelunternehmen und Personengesellschaften

In beiden Rechtsformen haften die Inhaber (Einzelunternehmer oder Gesellschafter) für die Verbindlichkeiten mit ihrem persönlichen Vermögen. In beiden Rechtsformen muss keine Mindestkapitaleinlage erfolgen. Diejenigen, die als Einzelunternehmer oder in dem Konstrukt einer Personengesellschaft selbstständig arbeiten, sind nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter des gegründeten Unternehmens. Ein Einzelunternehmer ist zum Beispiel derjenige, der die Abkürzung e. K. (Eingetragener Kaufmann) hinter seinem Namen führt. Als Personengesellschaft werden die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) die Kommanditgesellschaft (KG), die offene Handelsgesellschaft (OHG), die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) und die GmbH & Co. KG genannt.

Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften verfügen über andere Haftungsverhältnisse als Personengesellschaften oder Einzelunternehmen. Gesellschafter oder Aktionäre haften in der Regel nur mit dem Geld, welches sie in die Gesellschaft eingelegt haben. Die Gesellschaft selbst haftet nur in Höhe des Gesellschaftsvermögens. Typischer Kapitalgesellschaften sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) eine kleine unter Variante dessen, nämlich die Unternehmergesellschaft (UG) und die Aktiengesellschaft (AG). Eher selten zu finden, doch ebenfalls zum Kreise der Kapitalgesellschaften gehört die europäische Aktiengesellschaft (SE).
 

Welche Rechtsform passt? Hinweise zur Entscheidungsfindung

Es gibt einige hilfreiche Aspekte, die die Entscheidungsfindung erleichtern. Allerdings ersetzen die folgenden Informationen sowie die weiteren Ausführungen zu den Rechtsformen in unserer Einzelartikeln keinesfalls eine professionelle Beratung durch versierte Rechtsanwälte, Steuerberater oder Notare. Unsere Ausführungen dienen dazu, dass Sie sich ein Bild machen können, was Ihnen wichtig ist und welche Rechtsformen bestimmte Anforderungen erfüllen. Wenn Sie sie zu den einzelnen Fragen selbst eine klare Meinung entwickelt haben, können Sie leichter entscheiden, welche Rechtsformen für sie in Betracht kommen.
 

Wie wichtig ist Ihnen die unternehmerische Freiheit?

Unternehmerische Unabhängigkeit ist für viele das A und O. Wollen sie alleine bestimmen und alleine die Verantwortung tragen? Oder ist es ihnen lieber Beteiligte mit ins Boot zu holen, die Kapital mitbringen. Das bedeutet auch, Risiko und Gewinne auf mehrere Schultern zu verteilen. Auf der anderen Seite werden ihnen Anteilseigner in ihre Geschäfte hineinreden. Sie alleine oder doch lieber mit Geschäftspartnern ein Unternehmen führen wollen, hängt auch von ihren und den Qualifikationen der Geschäftspartner ab. Geschäftspartner schränken zwar die unternehmerische Unabhängigkeit ein, liefern aber auch ein Plus an Know-how und Kapital.

Rechtsformen, die große unternehmerische Freiheit bieten:

  • Einzelunternehmen

  • Ein-Personen-GmbH

  • Ein-Personen-UG
     

Sind viele und umfangreiche Formalitäten für sie akzeptabel?

Die Rechtsformen ziehen ganz unterschiedliche Anforderungen an Formalitäten nach sich. Das Fassen von Beschlüssen, Einberufung von Gesellschafterversammlungen und Dokumentationspflichten hängen eng mit der Rechtsform zusammen. Bei jungen Unternehmen spielt die Wahl der Rechtsform unter diesem Gesichtspunkt eine Rolle, weil komplizierte Verwaltungsaufgaben gerade in der Gründungsphase Schwierigkeiten bereiten. Auch der Gesichtspunkt der Geldentnahme aus einer Firma wird in den unterschiedlichen Rechtsformen differenziert betrachtet. Wenn Sie mit anderen Gesellschaftern zusammen ein Geschäft betreiben, dann können Sie nicht einfach Geld nach Bedarf entnehmen. Dazu brauchen I die Zustimmung der Gesellschafter. Allerdings steckt darin vor allem für junge Existenzgründer auch ein Vorteil. Das Geld bleibt so in der Firmenkasse, statt es zum Beispiel einfach für die nächste private Anschaffung vom Firmenkonto zu holen.

Rechtsformen mit relativ wenigen Formalitäten:

  • Einzelunternehmen

  • GbR

  • GmbH

  • UG
     

Wollen Sie Ihr Privatvermögen schützen?

Wenn es um Schadensersatzforderungen geht, die beispielsweise ein Kunde an eine Firma stellt, stellt sich die Frage nach der Haftung. Eine Rechtsform beschränkt die Höhe der Haftung. So haften Gesellschafter nur mit Höhe des eingelegten Kapitals, die Gesellschaft selbst nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Wenn Sie als Einzelunternehmer oder in einer Rechtsform der Personengesellschaften selbstständig sind, dann wird nicht nur das Unternehmensvermögen zur Haftung herangezogen, sondern auch Ihr Privatvermögen.

Dennoch ist es bei Kapitalgesellschaften ,wie zum Beispiel der GmbH, üblich, dass bei der Kreditaufnahme persönliche Bürgschaften von Gesellschaftern verlangt werden. Wenn es dann zu kritischen Situationen kommt und die GmbH den Kredit nicht mehr bedienen kann, greift die Haftung auf den Gesellschafter durch. Sie müssen nun mit ihrem Privatvermögen haften.

Rechtsformen, die die Haftung beschränken

  • GmbH

  • UG

  • GmbH & Co. KG

  • AG

  • Eingetragene Genossenschaft (eG)
     

Wie umfangreich soll die Steuerpflicht sein?

Eine wichtige Information gleich vorweg: Das Steuersparmodell, dass auf jede Situation anwendbar ist, existiert nicht. Zwar hängt die Besteuerung als solcher auch von der Rechtsform ab, aber wenn C Steuern sparen wollen, variiert die vorteilhafteste Rechtsform in Abhängigkeit von der Geschäftslage. Welche Rechtsform jeweils die richtige ist, hängt an der einzelnen Ausgestaltung und der Gesamtsituation. Mit einem guten Steuerberater aber holen sie das steuerliche Optimum heraus.
 

Wie wichtig ist Ihnen das Image?

Die verschiedenen Rechtsformen hinterlassen auf dem Markt unterschiedliche Eindrücke. Es geht also um die Außenwahrnehmung und die ist bekanntlich indifferent. Manch einer macht nur Geschäfte mit Einzelunternehmern, weil er diese Rechtsform für die ehrlichste hält. Schließlich haftet hier eine einzelne Person mit dem ganzen Vermögen für die eigene Arbeitsleistung. Eine GmbH oder eine haftungsbeschränkte UG haftet nur begrenzt. Wiederum andere machen nur mit GmbH's Geschäfte, weil sie dahinter mehr Kapital vermuten und diesen Umstand mit Seriosität gleichsetzt. Fakt ist, dass die Wahl der Rechtsform mit zu den Grundüberlegungen gehört, weil diese auch aus Marketing Sicht eine relevante Außenwirkung erzielt.
 

Wie aufwendig darf die Buchführung sein?

Je nach Rechtsform ist es nötig, eine Bilanz inklusive aller Steuererklärungen vorzulegen oder nur eine ganz einfache Übersicht der Einnahmen und Ausgaben. Die Buchführungspflicht hängt in erster Linie von der Rechtsform ab und wird durch weitere Vorgaben in den Steuergesetzen festgelegt. Eine Rechtsform nach dem Aufwand auszuwählen, der in punkto Buchführung entsteht, ist allerdings wenig sinnvoll. Denn im Grunde ist es unverzichtbar, sich einen umfassenden Überblick über das Geschehen im Unternehmen zu machen. Eine detaillierte Buchführung ist dabei enorm hilfreich. Das bedeutet, selbst, wenn ihr Unternehmen nicht zu Buchführung verpflichtet ist, kann es dennoch sinnvoll sein, gewisse buchhalterische Aufgaben zu erledigen, um sich den nötigen Überblick zu verschaffen.

Wichtig: Wenn Sie eine Bilanz erstellen müssen, haben Sie die Pflicht, die Informationen zu veröffentlichen. Das geschieht beim zuständigen Handelsregister. Jedermann hat das Recht, die veröffentlichten Informationen einzusehen. D. h., dass auch die Konkurrenz einen Blick hinein werfen darf. Das ist so lange kein Problem, wie Sie nicht überwiegend mit Großabnehmern arbeiten. Manche Unternehmer sehen aber darin die Schwierigkeit, beim Kampf um einen Großauftrag das Nachsehen zu haben, wenn die Zahlen in der Bilanz schlechter sind als die der Mitbewerber. Ab einer gewissen Größenordnung sind Unternehmen verpflichtet, die Zahlen von Wirtschaftsprüfern prüfen zu lassen. Diese Kosten recht viel Geld, sodass eine entstehende Prüfpflicht gerne vermieden wird.

Rechtsformen mit Publizitätspflicht

  • GmbH

  • UG

  • GmbH & Co. KG

  • AG

  • Eingetragene Genossenschaft (eG)
     

Wie hoch darf die Mindestkapitalanlage sein?

für eine GmbH sind mindestens 25.000 € Mindestkapital nötig, für eine UG lediglich ein einziger Euro und einer AG verlangt ein Mindestkapital von 50.000 €.
 

Wie hoch dürfen die Gründungskosten ausfallen?

Gründungskosten fallen im Prinzip immer an. Allerdings gibt es bei manchen Rechtsformen bestimmte Verpflichtungen, zum Beispiel, dass Sie einen Anwalt oder Notar bemühen müssen. Letzteres gilt vor allem dann, wenn die Rechtsform dazu verpflichtet, eine Eintragung ins Handelsregister vorzunehmen. Der Eintrag ins Handelsregister ist eigentlich nicht so teuer. Was wirklich teuer wird, ist das Aufsetzen von Gesellschaftsverträgen.

Rechtsformen, die Gesellschaftsverträge erfordern

  • GbR

  • OHG

  • KG

  • GmbH

  • UG

  • PartG
     

Die Rechtsformen im Kurz-Überblick

Um den Einstieg zu erleichtern und festzustellen, welche Rechtsform für Sie von Bedeutung sein könnte, folgt nun ein sehr komprimierter Überblick über die einzelnen Merkmale der unterschiedlichen Rechtsformen. Die Details finden sie in den jeweiligen Beiträgen.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist ideal für Handwerker, Dienstleister, freie Berufe und generell für Kleingewerbetreibende geeignet. Die Haftung ist in der Regel unbeschränkt mit dem kompletten Vermögen.

Personengesellschaften

Personengesellschaften sind für freie Berufe und Kleingewerbetreibende geeignet. Die Gesellschafter haften auch für die Schulden des anderen Gesellschafters komplett persönlich.

Partnerschaftsgesellschaft (PartG) und Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartGmbB)

Diese Rechtsform ist geeignet für freie Berufe, abhängig vom Berufsrecht. Bei der PartG haftet das Vermögen der Gesellschaft und die Gesellschafter haften zusätzlich persönlich. Auch hier ist die Haftung gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass jeder Gesellschafter auch für Fehler anderer Gesellschafter mit haftet Ausnahme sind Fehler in der Berufsausübung. Hier haftet nur derjenige, der den Fehler verursacht hat.

Bei der PartGmbB wird nur die Gesellschaft mit dem Gesellschaftsvermögen in die Haftung genommen. Verbindlichkeiten aus der Partnerschaft, beispielsweise für die Zahlung von Lohn oder Miete, greifen auf das Privatvermögen durch. Die Haftung der Partner für Einzelfehler fällt komplett weg.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Diese Rechtsform ist geeignet, wenn sich mehrere Personen zusammenschließen und ein kaufmännisches Gewerbe betreiben. Jeder Gesellschafter haftet gesamtschuldnerisch persönlich und ohne Beschränkung.

Kommanditgesellschaft (KG)

Wenn Kaufleute mehr Kapital benötigen oder Gesellschafter keine persönliche Haftung übernehmen wollen ist diese Rechtsform die richtige Wahl. Die Haftungsverhältnisse splitten sich zwischen komplementär und Kommanditist auf. Der komplementär ist persönlich haftender Gesellschafter. Das bedeutet, dass die Haftung auf ihn persönlich als Gesamtschuldner durchgreift. Ein Kommanditist hingegen kann nur bis zur Höhe seiner Einlage haftbar gemacht werden. Eine persönliche Haftung besteht für Kommanditisten nicht.

GmbH & Co. KG

Genau wie bei der KG ist diese Rechtsform geeignet, wenn Kaufleute mehr Kapital benötigen und wenn Gesellschafter nicht persönlich haften wollen. Bei der Haftung wird die GmbH in die Pflicht genommen und nicht die natürliche Person. Die Beschränkung der Haftung ist deshalb mit einer GmbH vergleichbar. Der Kommanditist haftet mithilfe seiner Einlage.

GmbH

Diese Rechtsform eignet sich für Unternehmer, wenn die Haftung eingeschränkt werden soll. Die Haftung erfolgt in Höhe der Stammeinlage.

Unternehmer Gesellschaft (UG)

Diese Rechtsform ist zur Gründung kleiner Unternehmen geeignet, bei denen die Haftung beschränkt werden soll. Die Haftung beschränkt sich auf die Stammeinlage bzw. auf das Gesellschaftsvermögen.

Aktiengesellschaft (AG)

Eine AG kommt in Betracht, wenn ein Unternehmer mehr Kapital benötigt oder, wenn ein Unternehmen übertragen werden soll. Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt.

Eingetragene Genossenschaft (eG)

Hierbei handelt es sich um ein Konstrukt, in dem kleine und mittlere Unternehmen kooperativ als Team gründen können. Der Vorstand ist zuständig für Aufgaben wie Einkauf, Krise, Vertrieb, Werbung etc. Die Genossenschaft ist mit ihrem Vermögen haftbar. Die Mitglieder einer Genossenschaft haften nicht. Die Satzung kann allerdings eine Nachschusspflicht beinhalten, sodass es ratsam ist, in der Satzung eine Beschränkung zu verankern oder eine Nachschusspflicht auszuschließen.



7. Firmennamen und Markenschutz

Wenn Sie sich Gedanken über den idealen Namen für ihre Firma machen, müssen sie darauf achten, keine bestehenden Namensrechte zu verletzen. Da die Wahl des richtigen Namens für viele Existenzgründer ganz wesentlich ist, sollten Sie unbedingt vorab die rechtliche Situation klären. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass Sie eine Markenrecherche durchführen, zum anderen können sie mit einem spezialisierten Rechtsanwalt sprechen, der die Prüfung Namensrechte für Sie übernimmt.

Einen Namen zu finden, mit dem Sie in den nächsten Jahren glücklich sind, ist gar nicht so einfach. 10 Tipps sollen helfen, den passenden Namen zu finden:

  1. Fragen Sie Freunde nach ihren Vorschlägen und entwickeln sie zusammen tolle Ideen.
  2. Der Name soll einfach zu merken sein.

  3. Bildhafte Sprache verankert sich bei Kunden leichter.

  4. Vermittelt der Firmenname gleichzeitig den Kundennutzen, ist er perfekt.

  5. Vermeiden Sie Abkürzungen, da nicht zu verstehen ist, was dahinter steckt.

  6. Der Name darf kreativ und auffällig sein.

  7. Vermeiden Sie negative Begriffe, die unangenehme Assoziationen bewirken.

  8. Ein Name, der sich später noch erweitern lässt, lässt Spielraum für die Geschäftsentwicklung.

  9. Der Name sollte nicht zu allgemein sein, da er sonst nicht gut im Gedächtnis bleibt und verwechselbar ist.

  10. Vermeiden Sie es, sich an aktuellen Namentsrends zu orientieren.
     

Unserer Artikel rund um das Thema Markenschutz befassen sich mit diesen Themen:

Firmennamen finden

Wie kann ich eine Marke schützen?

Was ist eine Wortmarke und wie lässt sie sich ?

Was ist eine Bildmarke und wie lässt sie sich schützen?

Was lässt sich nicht patent- und markenrechtlich schützen?



8. Brauche ich für meine Selbstständigkeit eine Genehmigung?

Ob Sie Genehmigungen oder Konzessionen nötig haben, hängt von dem Gewerbe ab, indem Sie tätig sind. Die Gewerbeordnung – kurz GewO – legt fest, welche Gewerbe Genehmigungen beantragen müssen. Abgesehen von der Gewerbeordnung gibt es weitere Vorschriften. Diese finden Sie zum Beispiel hier:

  • Makler- und Bauträgerverordnung

  • Handwerksordnung

  • Kreditwesengesetz

  • Gaststättengesetz
     

Unser Rat lautet, sich mit der zuständigen Kammer in Verbindung zu setzen und nachzufragen, ob eine Genehmigung oder eine Konzession vorliegen muss, bevor ein Gewerbe angemeldet werden kann. Typischerweise werden in folgenden Gewerben Konzessionen/Genehmigungen benötigt, um einen Betrieb ordentlich zu betreiben:

  • Baugewerbe

  • Vermittlung von Immobilien und Grundstücken

  • Versicherungen

  • Spielhallen und Casinos

  • Gastronomie

  • Hotellerie

  • Leihhäuser

  • Auktionshäuser

  • Wachdienste und schließt Dienste

  • Pflegedienstleister

  • Krankenhäuser

  • Heilpraktiker

  • Transportwesen


Wozu Genehmigungen und Konzessionen?

Der Gesetzgeber möchte mit der Vergabe von speziellen Konzessionen überprüfen, ob persönliche oder sachliche Voraussetzungen gegeben sind, die er für nötig hält, damit man einen Gewerbe entsprechend betreiben darf. Insbesondere, wenn es um die Gesundheit und die Sicherheit geht, sind die Anforderungen des Staates hoch. Dasselbe bezieht sich auf Branchen, die ein hohes Maß an Vertrauen von ihrem Kunden erfordern. Im Prinzip sind Genehmigungen und Konzessionen also zum Schutz von Verbrauchern gedacht und dazu, einen gewissen Mindeststandard zu gewährleisten.
 

Sind Konzessionen teuer?

Die Kosten, die den Erwerb einer Konzession bedeuten, schwanken stark in Abhängigkeit vom Gewerbe. Abgesehen davon orientieren sich die Preise auch nach dem Standort des Betriebs. Die Gemeinden erheben die Gebühren können diese jedenfalls teilweise selbst festlegen. Je nach Gewerbe können die Kosten mehrere tausend Euro betragen. Allerdings dürfen Gemeinden nur noch die Kosten für den Verwaltungsaufwand berechnen und dem Preis für eine Konzession nicht mehr mit dem wirtschaftlichen Nutzwert eines Unternehmens verknüpfen. Das bedeutet also zum Beispiel, wenn Sie im Transportgewerbe tätig sind orientiert sich der Kostenfaktor für die Lizenzen an der Anzahl der Fahrzeuge, nicht aber am Umsatz ihrer Firma.
 

Wann droht der Entzug einer Konzession?

An die Vergabe einer Konzession sind bestimmte Bedingungen geknüpft. Wenn Sie dagegen verstoßen, bot ihr Verlust. Behörden kontrollieren, ob die Bedingungen eingehalten werden. Sie kennen sicherlich die Horrorgeschichten von Kontrollen in der Gastronomie oder von überfallartigen Kontrollen auf Baustellen hinsichtlich Schwarzarbeit. Sie müssen jederzeit damit rechnen, dass die zuständige Stelle bei ihnen angekündigt oder unangekündigt zu Kontrollbesuchen auftaucht oder Unterlagen zur Prüfung anfordert. Oft sind Konzessionen an einer Laufzeit gebunden und Sie müssen ohnehin nach einer bestimmten Zeit einen neuen Antrag stellen oder um Verlängerung ersuchen. In diesem Rahmen werden jeweils konkrete Prüfungen vorgenommen, um die Einhaltung der Bedingungen sicherzustellen.

Übrigens: mit den Behörden ist nicht zu spaßen. Wenn Ihnen einmal eine Konzession entzogen wird, könnte ein Berufsverbot erlassen werden. Das bedeutet, dass Ihre Existenzgrundlage bedroht wird. Im schlimmsten Fall können Behörden Ihren Betrieb schließen lassen und die Schließung mit Unterstützung durch Polizei oder Finanzamt durchsetzen.

Weiterführende Artikel:

Konzessionen und Genehmigungen im Baugewerbe

Konzessionen und Genehmigungen bei der Vermittlung von Immobilien und Grundstücken

Konzessionen und Genehmigungen für Versicherungen

Konzessionen und Genehmigungen für Spielhallen und Casinos

Konzessionen und Genehmigungen in der Gastronomie

Konzessionen und Genehmigungen in der Hotellerie

Konzessionen und Genehmigungen für Leihhäuser und Auktionshäuser

Konzessionen und Genehmigungen für Wach- und Schließdienste

Konzessionen und Genehmigungen für Pflegedienstleister

Konzessionen und Genehmigungen für Krankenhäuser

Konzessionen und Genehmigungen für Heilpraktiker

Konzessionen und Genehmigungen im Transportwesen



9. Standortwahl: Welcher Standort ist der richtige für meine Firma?

Die Standortwahl spielt eine wichtige Rolle für die meisten Gründer. Je nach Gewerbe ist der richtige Standort nämlich entscheidend für den Gesamterfolg ihres Vorhabens. Wenn Sie zum Beispiel ihre Produkte mit LKWs verschicken wollen und ihr Standort liegt weit ab von einer Autobahn, werden Transportkosten hoch, die Lieferzeiten lang und ihr Angebot letztlich nicht konkurrenzfähig. Die gute Nachricht ist, dass Sie eine Standortanalyse selbst vornehmen können, wenn sie sich an einige Regeln halten.
 

Immobilie auswählen: in erster Linie zählt die Lage

Wenn sie eine Immobilie kaufen oder mieten gibt es drei Dinge, auf die sie achten müssen. Es sind die drei großen L, nämlich Lage, Lage und nochmals Lage. Selbstverständlich sind auch andere Aspekten wichtig, doch nur am richtigen Standort entfalten diese ihre vollständige Wirkung. Für Gründer ist es deshalb besonders bedeutungsvoll, die Standortanalyse durchzuführen. Denn, wenn sie einmal an einem Standort sind, werden Sie ihn nicht so schnell wieder aufgeben. Einen Standort zu wechseln heißt nämlich nicht nur, dass Sie sämtliche Adressangaben auf Papieren, Visitenkarten Websites neu schreiben müssen. Sie müssen vor allem auch Kunden und Lieferanten, Behörden und Institutionen in Kenntnis setzen. Hinzu kommen die Kosten für den Umzug. Alles im allen ist die falsche Standortwahl in vielerlei Hinsicht teuer.
 

Welche Geschäftsidee haben Sie? Davon hängt die Wichtigkeit des Standorts ab.

Der Stellenwert des Standorts des eng verknüpft mit Ihrer Geschäftsidee. Kommen Kunden zu Ihnen oder wickeln Sie das Hauptgeschäft telefonisch oder online ab? Von dieser Antwort hängt ab, wie wichtig der Standort ist. außerdem spielt es eine Rolle, ob Sie in der gewählten Immobilie hohe Investitionen tätigen müssen, um den Betrieb zu starten. Im Einzelhandel und in der Gastronomie ist es besonders wichtig, eine sorgfältige Standort durchzuführen. Andernfalls droht die Gefahr, dass Sie eine unbedachte Entscheidung mit einem schlecht laufenden Betrieb oder gar mit einer frühzeitigen Insolvenz bezahlen. Im Prinzip gilt dieses Risiko für alle Geschäftsideen, die von Laufkundschaft abhängig sind. Kommen hohe Erstinvestitionen in die Einrichtung dazu und langfristige Mietverträge muss der Standort einfach passen, damit sich die vorausbezahlten Kosten so schnell wie möglich wieder bezahlt machen. Vor diesem Hintergrund ist die Standortwahl von Ärzten und Apothekern oder von Schulungseinrichtungen ebenfalls wichtig. Hersteller und Großhändler, die auf hohe Lagerkapazitäten angewiesen sind, müssen ebenfalls sicher sein, dass sie ihr Geld am richtigen Standort investieren. Hier spielt die Anbindung zur Autobahn oder zur Schiene oder die Wasserstraße eine übergeordnete Rolle. Natürlich ist es für jeden Gründer wichtig, den optimalen Standort auszumachen. Als Faustregel können Sie sich merken: je teurer ein Standortwechsel wird, desto wichtiger ist die Analyse zum Zeitpunkt der Gründung. Wenn Sie hier nachlässig sind, setzen sie den Geschäftserfolg und ihre Existenz aufs Spiel.
 

Welche Standortkriterien sind für Sie wichtig?

In Abhängigkeit vom Geschäft verteilen sich die Schwerpunkte der Standortkriterien höchst unterschiedlich. Die wichtigsten Auswahlkriterien gliedern sich nach folgenden Aspekten:

  • Nachfrage

  • Konkurrenten Markt

  • Qualität der Geschäftsräume

  • Gewerbesteuerkosten

  • Verkehrsanbindung

  • Auflagen seitens der Behörden

  • Verfügbarkeit der Arbeitskräfte

  • Fördermöglichkeiten

  • Image

  • Arbeitsbedingungen/Lebensbedingungen am Standort

Es ist Ihre Aufgabe zu überprüfen, welche Aspekte für Sie besonderes Gewicht haben. Am besten verteilen sie Punkte von 1-10, wobei ein Punkt unwichtig ist und zehn Punkte wichtig bedeutet. Auf diese Weise gelingt es eine rasche Vergleichsmöglichkeit unterschiedlicher Standorte zu erarbeiten. Wichtig: Lassen Sie sich nicht auf eine schnelle Standortanalyse ein, sondern legen Sie die Kriterien mit Bedacht fest.

Haben sie schon einmal etwas von k.o.-Kriterien gehört? Das sind die Aspekte, die jeder Standort auf jeden Fall erfüllen muss. Wenn einer dieser Kriterien nicht erfüllt ist, fällt der Standort sowieso weg. Tipp: Stellen Sie die Liste Ihrem Makler zur Verfügung, damit dieser ganz nach Ihren Vorgaben die passenden Objekte vorschlagen kann.
 

Können Ihre Kunden Sie in Ihrem Geschäft erreichen?

Die nächste Frage, die Sie sich stellen müssen ist, wie wichtig die Kundennähe für Ihr Geschäft ist. Manchmal ist es sehr entscheidend, manchmal spielt es keine Rolle. Läuft ihr Business mit Laufkundschaft, dann spielt der Standort eine Rolle, weil sich darüber das Einzugsgebiet definiert. Die Statistiken sagen, dass Kunden meist nicht mehr als 10 Minuten Anfahrt oder Fußweg auf sich nehmen, um zu einem Geschäft zu gelangen. Unser Tipp: verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, ob ihre Zielgruppe in dem Einzugsgebiet lebt, arbeitet oder einkauft. Dazu können Sie verschiedene Informationsgeber nutzen, die sich mit Standortanalysen auskennen. Sie können nämlich Daten kaufen, die zum Beispiel über die Kaufkraft an dem von Ihnen ausgewählten Standort informieren und anderes mehr.
 

Wie groß ist die Konkurrenz vor Ort?

In dem Zuge, indem Sie den zu erwartenden Umsatz in dem von ihnen ausgewählten Einzugsgebiet erarbeiten, müssen sie prüfen, wie groß die Konkurrenz auf dem anvisierten Zielmarkt ist. Wenn Sie wissen, mit wem Sie konkurrieren können sie einschätzen, welchen Anteil sie tatsächlich erwirtschaften können. Denken Sie dabei daran, dass namhafte Konkurrenten oft mehr Kunden beanspruchen. Beispiel: wenn Sie drei weitere Konkurrenten haben und I der vierte im Bunde sind, müssten Sie eigentlich 25 % des Umsatzes für sich beanspruchen können. Ist aber einer der Konkurrenten eine große, bekannte Marke, könnte es sein, dass Sie sich nur 50 % des Gesamtumsatzes, mit den zwei anderen Konkurrenten teilen müssen. Dann ist der zu erwartende Anteil des Gesamtumsatzes nur noch ein Sechstel groß. Als hilfreiches Nebenprodukt aus dieser Art der Analyse ergibt sich später Ihre Positionierungsstrategie. Wenn Sie ihre Konkurrenz so gut im Blick haben, fällt es wesentlich leichter, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln und den Wettbewerb dadurch zu beleben.
 

Lassen sich strategische Kooperation knüpfen?

Strategische Kooperationen können den Umsatz deutlich ankurbeln. Wenn Sie einen Standort wählen, an dem Sie mit Komplementärprodukten und Dienstleistungen das eigene Portfolio sinnvoll ergänzen können, verspricht das mehr Erfolg. Sind Sie Physiotherapeut und hat in der Nähe eine Orthopädiepraxis ihren Sitz sowie ein orthopädisches Schumacher, können Sie sinnvolle Kooperationen schmieden.

Auch ist die Nachbarschaft von stark frequentierten Geschäften wie Supermärkten, Bildungseinrichtungen, Sporteinrichtungen Ärzte oder U-Bahnen ein Kriterium, dass Sie bei ihrer Standortwahl nicht vernachlässigen sollten. Wenn viele Menschen täglich an Ihrem Geschäft vorbeifahren, werden Sie auf Ihr Angebot aufmerksam.

Cluster können ebenfalls ein echter Umsatzbooster sein. Die Wirtschaftsförderungen in vielen Orten streben Synergiepotenziale an. Sie unterstützen das Vorhaben von Firmen, miteinander zu arbeiten und Projekt auf den Weg zu bringen. Wenn Sie daran interessiert sind, sollten sie einmal nach Technologiezentren oder Gründerzentren in der Umgebung schauen, denn dort werden Kooperationen in dieser Weise oftmals gefördert.
 

Konditionen prüfen: Ist der bevorzugte Standort zu teuer?

Neben den genannten Aspekten können Sie sicherlich noch viele weitere Details überprüfen. Sie sollten sich nicht daran stören, dass andere Selbstständige, die Sie kennen, der Standardanalyse keine große Bedeutung beimessen. Wer sich mit der Frage des Standorts nicht beschäftigt, vergibt eine wichtige Chance.

Prüfen Sie grundsätzlich, ob die Kosten für die ausgewählte Immobilie in Ihrem Budget liegen oder ob es gegebenenfalls Einsparmöglichkeiten gibt, wenn es auf jeden Fall dieser Standort sein soll. Lassen sich Teile des Geschäfts untervermieten? Können andere Geschäftspartner hinzugenommen werden oder ist es möglich, am Standort Veranstaltungen durchführen zu lassen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren?

Lassen Sie sich auf keinen Fall auf einen langfristigen Mietvertrag ein, den Sie nicht von Tag eins an bezahlen können. Mietverträge sind in der Regel langfristig und somit müssen Sie diese Ausgaben über viele Monate fest einplanen. Liegen die Kündigungsfristen ungünstig und betragen diese - im gewerblichen Bereich gar nicht unüblich – sechs oder zwölf Monate, könnte Ihnen das finanziell schaden.



10. Steuern für Selbstständige

Das Thema Steuern ist für viele Selbstständige ein ungeliebtes Kind. Der Staat kassiert Betriebe doppelt und dreifach ab. Je nach Rechtsform und Einkunftsart müssen Sie mit verschiedenen Steuerbelastungen rechnen. Selbstständige müssen dem Grunde nach folgende Steuern bezahlen: Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer. Wenn Angestellte beschäftigt werden: Lohnsteuer. Bei juristischen Personen ist desweiteren die Körperschaftssteuer relevant.
 

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer hat ihren Namen daher, dass sie das Einkommen einer Person besteuert. Wenn sie selbstständig sind und als Einzelunternehmer tätig, müssen Sie also ihr Einkommen der Einkommensteuer unterwerfen. Dabei wird der persönliche Einkommensteuersatz angewendet. Bei Selbstständigen ist der Gewinn oft gleichzusetzen mit dem Einkommen. Abgesehen von bestimmten Grundfreibeträgen, die steuerfrei behandelt werden, müssen Sie Jahr für Jahr ihre persönliche Einkommensteuererklärung einreichen und alles, was über die Grundfreibeträge geht, besteuern lassen.
 

Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer ist für Firmen so etwas wie Einkommensteuer für Privatpersonen. Der Körperschaftsteuersatz ist allerdings immer gleich hoch. Er liegt aktuell bei 15 %, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 %. Da die Körperschaftsteuer immer gleich bleibt sollten Sie frühzeitig überlegen, welche Rechtsform für Sie infrage kommt. Denken Sie langfristig. Wenn Sie nicht sicher sind, wie sie sich entscheiden sollen, ist ein Gespräch mit einem Steuerberater dringend zu empfehlen.
 

Gewerbesteuer

Gewerbesteuer entfällt bei Gewerbetreibenden an. Wenn Sie als Freiberufler arbeiten, spielt die Gewerbesteuer keine Rolle. Freiberufler müssen nur die Einkommensteuer bezahlen. Die Höhe der Gewerbesteuer hängt eng zusammen mit dem Standort. Jede Gemeinde arbeitet mit einem bestimmten Hebesatz. Dieser Hebesatz beeinflusst Ihre Gewerbesteuerbelastung. Je höher der Hebesatz, desto höher die Gewerbesteuer. Aus diesem Grund erkundigen sich große Firmen oft danach, wie teuer die Gewerbesteuer in einer Gemeinde ausfallen würde. Manche Gemeinden erheben lediglich 265 %, andere wenden ein Hebesatz von 460 % an. Sie sehen, dass die Entscheidung für eine Gemeinde entweder billig oder teuer werden kann.
 

Umsatzsteuer

Sobald Sie umsatzsteuerpflichtig sind, müssen sie diese an den Staat abführen. Der allgemeine Steuersatz beträgt 19 %. Bieten Sie ermäßigte Leistungen an, beträgt der Satz 7 %. Es ist gar nicht so einfach festzustellen, welche Leistungen mit welchem Steuersatz belegt werden. Eine Praktiker Lösung lautet demnach, im Zweifel den höheren Steuersatz zu wählen, weil das Finanzamt sich sicherlich nicht über ein zu viel an Steuerbeschwerden wird. Gleichwohl ist es ratsam, mit einem Steuerberater zu klären, ob eventuell ein verminderter Steuersatz in Betracht kommt. Ist das der Fall, könnte das für Sie ein Vorteil sein, wenn Sie mit privaten Endabnehmern Geschäfte machen. Diese müssen dann am Ende weniger bezahlen. Im B2B-Bereich ist dieser Aspekt weniger relevant, weil die Mehrwertsteuer bei beiden Beteiligten ein durchlaufender Posten ist.

Haben sie schon einmal etwas von der Kleinunternehmerregelung gehört? Wenn Sie mit Ihrem Umsatz pro Jahr unter einer gewissen Grenze bleiben, brauchen sie gar keiner Steuer auszuweisen und somit auch keine Umsatzsteuererklärung einreichen. Auch hier gilt: im Zweifel fragen Sie Ihren Steuerberater.
 

Lohnsteuer

Lohnsteuer wird immer dann fällig, wenn Sie jemanden anstellen. Lohnsteuer ist für Studenten und Aushilfen genauso fällig, wie für Geschäftsführer und Vollzeitarbeitskräfte. Informieren Sie sich über die nötigen lohnsteuerlichen Voraussetzungen und arbeiten Sie entweder mit einer gut verständlichen Software oder übertragen Sie die Lohnabrechnung an ein Profi. Dieser haftet auch für die Richtigkeit und steht bei Prüfungen durch die Sozialversicherungsträger zur Verfügung.
 

Sonstige Steuern

Neben den bereits genannten Steuerarten hält der Gesetzgeber noch eine ganze Reihe verschiedener Spezialsteuer bereit. Wenn Sie bislang Anstellungsverhältnis tätig waren, haben C vermutlich von vielen der genannten Steuern noch nichts gehört oder können damit nichts konkretes anfangen.

  • Die Einfuhrumsatzsteuer wird fällig, wenn Sie Waren aus dem Ausland nach Deutschland importieren. Es gibt bestimmte Abmachungen mit dem EU-Ausland, wenn Sie Waren importieren wollen. Fliegen sie aber beispielsweise waren aus Japan oder den USA ein, müssen Sie wissen, was es mit der Einfuhrumsatzsteuer auf sich hat. In diesem Fall kommt übrigens auch die Frage nach Zöllen und Abgaben hinzu.

  • Kapitalertragsteuer werden fällig, wenn Sie Geld anlegen und Zinsen einnehmen.

  • Die Künstlerabzugsteuer müssen Sie abführen, wenn Sie zum Beispiel Texter beauftragen, Fotos machen lassen oder zu einem Firmenevent Künstler engagieren, die den Abend in eine besondere künstlerische Note tauchen.

  • Das Thema Doppelbesteuerungsabkommen kann für Sie infrage kommen, wenn Sie eine zweite Niederlassung im benachbarten Ausland gründen. Das kommt für Sie nicht infrage? Umso besser, denn die Doppelbesteuerungsabkommen abkommen machen viel Arbeit und Kosten beim Steuerberater aufgrund der Spezialisierung viel Geld. Allerdings sollte dieser Aspekt kein Grund sein, keine Niederlassung im Ausland zu gründen. Prüfen Sie immer alle Aspekte, bevor Sie eine unternehmerische Entscheidung treffen.

Ganz egal, um welche Art Steuer es geht, Sie müssen im Bilde sein, was für Sie und ihr Unternehmen zutrifft. Denn als Unternehmer haben sie keine Wahl und können sich nicht herausreden, dass Sie etwas nicht gewusst haben. Die Strafe für nicht bezahlte Steuern ist in der Regel hoch. Dann bezahlen sie Sie nicht nur die Steuern, sondern zusätzlich das Strafgeld.
 

Viele Fragen rund um Steuern – wir liefern Antworten

Tatsächlich tut sich in punkto Steuern ein großes Feld auf. Wenn Sie viele Fragen haben, haben wir hoffentlich die Antworten für Sie. Bitte lesen Sie in unseren weiterführenden Beiträgen zu diesen Themen:

Brauche ich wirklich ein Steuerberater?

Was bedeutet die Kleinunternehmerregelung?

Was ist Scheinselbstständigkeit und Liebhaberei?

Kann ich die Buchführung selber machen?

Wie gut sind Buchhaltungssoftwares?

Welche Steuern muss ich zahlen?
 



    11. Wichtige Anlaufstellen für Existenzgründer

    Gründer haben viele Fragen und brauchen professionelle Unterstützung. Meist gibt es vor Ort kompetente Ansprechpartner. Sie bieten in der Regel kostenfrei Beratungen, Seminare und Informationsveranstaltungen an. darüber hinaus gibt es kostenpflichtige Unternehmensberater, die der Staat öffentlich bezuschusst. Folgende Anlaufstellen sind wichtig für Existenzgründer

    • Industrie- und Handelskammer (IHK)

    • Handwerkskammer (HWK)

    • Institute für freie Berufe

    • Infotelefon des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

      • Fragen zu Mittelstand und Existenzgründung, Telefon: 030-340 60 65 60

      • Fragen zu Finanzierungen, Telefon Doppel. 030-186 15 80 00

      • Fragen zum Brexit, Telefon: 030-34 060 65 61

    • Bundesagentur für Arbeit, Informationen über offene Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen, Fördermöglichkeiten für die Einstellung Arbeitssuche nach

    • Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Informationen zum Thema Rente, Möglichkeiten der Förderung, zum Arbeitsrecht und rund um den Themenkomplex Altersteilzeit, Teilzeit und Minijobs

    • Bundesministerium für Gesundheit, hier gibt es Hotline für alle Fragen rund um Kranken und Pflegeversicherung und auch ein Gebärdentelefon ist hier verordnet.

    • Bundesministerium für Bildung und Forschung, in Vorteils zur Forschungsförderung, zum Lotsendienst für Unternehmen, Fragen zum BAföG und Möglichkeiten der Weiterbildung

    • Bundesweite Gründerinnenagentur (bga), sie steht insbesondere Frauen zur Verfügung, die sich über alle Phasen des Gründungsprozesses informieren wollen und vermittelt Kontakte in ganz Deutschland

    • Deutsche gesetzliche Unfallversicherung, sie bietet Unterstützung, Rat und Informationen zum Thema

    • KfW Bankengruppe, dass Infos etwa hilft dabei, passende Fördermittel für ein Vorhaben zu finden

    • Künstlersozialkasse, Fragen zur möglichen Versicherung und zu Abgabepflichten in Sachen KSK werden hier beantwortet.

    • Minijob-Zentrale, Antworten auf konkrete Fragen, rechtliche Hintergründe und allgemeine Informationen finden Ratsuchende an dieser Stelle.
       

     

    Wichtig: Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

    Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen...