Selbstständig machen nach dem Studium / Ausbildung

Student verlässt Uni

Nach dem Abschluss der Ausbildung oder des Studiums gibt es verschiedene Möglichkeiten, ins Berufsleben zu starten: Berufserfahrung in Unternehmen sammeln, die Karriere vorantreiben mit Weiterbildungsmaßnahmen und Aufbaustudiengängen oder direkt in die Selbstständigkeit starten. Wer lieber eigenständig arbeitet, in der Lage ist, sich immer wieder selbst zu motivieren sowie einen ausgeprägten Sinn für geschäftliche Abläufe hat, sollte die Möglichkeit der Selbstständigkeit berücksichtigen. Oft steht bei jungen Menschen und ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit eines im Vordergrund: Sie wollen aus Hierarchien ausbrechen und selbst eine Autoritätsperson sein. Sich selbstständig zu machen, ist dann der beste Weg. Dieser lässt sich mit entsprechendem Know-how bereits während des Studiums und der Ausbildung vorbereiten. Um zu starten, braucht es vor allem Mut, eigenständig auch die Finanzierung in Angriff zu nehmen.
 

Die Grundlage für eine erfolgreiche Gründung

Der erste Schritt ist der schwierigste und wichtigste. Ein Unternehmen zu gründen, bedeutet, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das auf Gewinn basiert. Die Existenzgründung sollten Sie auf gesunde Füße stellen und erst starten, wenn Sie ziemlich sicher sind, dass auch die Finanzierung klappt. Geschäftsideen, die ein innovatives Potenzial und von Anfang an ein Alleinstellungsmerkmal haben, sind hier besonders interessant. Allerdings sind auch andere Geschäftsmodelle denkbar, die auf einem bereits bekannten Produkt oder einer bekannten Dienstleistung basieren. Durch Modifikationen, wie einen innovativen Vertriebsweg oder eine besondere Form des Marketings, entstehen auch hier Alleinstellungsmerkmale, mit denen Sie sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die wichtigsten Faktoren bei Ihrer Gründung sind Ihre Geschäftsidee und deren Ausarbeitung. Das sollten Sie in jedem Fall alles schriftlich festhalten, um einen besseren Überblick zu behalten.

Ein Entrepreneur, ein Unternehmer, ist eine Person, die etwas unternimmt, die Abläufe steuert und voranschreitet. Damit ist nicht purer Aktionismus gemeint, sondern verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Als verantwortlicher Entrepreneur stehen Ihre formulierten Unternehmensziele im Vordergrund. Sie wollen mit bestimmten Dienstleistungen oder eigenen Produkten erfolgreich sein und Gewinn erwirtschaften. Außerdem sind Sie für Ihre Mitarbeiter verantwortlich, für die Unternehmenskultur, die Arbeitsethik und die Zufriedenheit in Ihrem Unternehmen. Anfängliche Schwierigkeiten und Rückschläge geben Ihnen Denkanstöße, um sich zu verbessern. Sie lassen sich nicht davon aus der Bahn werfen. Folgende Eigenschaften zeichnen Sie aus:

  • Qualitätsbewusstsein

  • Betriebswirtschaftliches Wissen

  • die Fähigkeit, klare Ziele zu setzen

  • Weitsicht

  • Risikobereitschaft

  • Führungsqualität

  • Schnelle Auffassungsgabe

  • rhetorische Gewandtheit

  • Kundenorientierung

  • hohe Motivation

  • Fähigkeit zur Selbstmotivation

  • gute psychische und physische Verfassung
     

Verantwortung als Gründer

Ein eigenes Unternehmen zu haben, hat zahlreiche Vorteile. Sie genießen gewisse Freiheiten, die ein Beschäftigter in einem Unternehmen nicht hat. Doch diese Freiheit ist mit einem hohen Maß an Verantwortung verknüpft, für Sie selbst und vor allem auch für Ihre Mitarbeiter. Sie tragen unternehmerische Verantwortung und sind nicht mehr nur für einen abgegrenzten Aufgabenbereich verantwortlich. Sie tragen die Verantwortung für das große Ganze, auch die finanzielle Verantwortung. Ihre Aufgaben bestehen darin, den Überblick über alle Geschäftsbereiche zu behalten, alles miteinander zu koordinieren und das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Gestaltet sich der Start problematisch, passiert es leicht, dass Sie sich überfordert fühlen. Hier helfen Gründungsberater, Mentoren oder Business Angels weiter. Sie geben Tipps und Hinweise zu bestimmten fachlichen Themen, allgemeine betriebswirtschaftliche Ratschläge und auch zur Finanzierung. Das Thema Finanzierung sollte stets einen Schwerpunkt bei der Planung und Umsetzung der Geschäftsidee darstellen. Auch die Bank ist ein wichtiger Ansprechpartner.

Tipp: Wenn Sie ein neues Unternehmen starten, stehen Sie zu 100 Prozent hinter Ihrer Geschäftsidee. Dass Sie dabei eine Null-Risiko-Strategie fahren, geht nicht.


Finanzielle Hilfen für zukünftige Unternehmer

Die Unternehmensfinanzierung ist ein Thema, das insbesondere junge Gründer häufig unterschätzen und das eine große Herausforderung sein oder werden kann.

Business Angels: Sie haben bereits Erfahrung und bringen viel Know-how mit, das für eine Unternehmensgründung sehr wertvoll ist.

Crowdfunding: Dabei handelt es sich um eine Finanzierungsmöglichkeit durch mehrere Unterstützer, wie beispielsweise private Investoren.

Fördermittel: Bund und Länder haben umfangreiche Programme, um Existenzgründer in der Anfangsphase zu unterstützen. Hier lohnt es sich, wenn Sie sich vorab gründlich informieren, um keine Fördermöglichkeiten zu verlieren.

Die finanzielle Vorgehensweise gut zu durchdenken, ist wichtig für eine positive Unternehmensentwicklung.

Tipp: In sogenannten Coworking Spaces, die vor allem Start-ups offenstehen, arbeiten noch viele andere junge Unternehmer, Freiberufler und kreative Köpfe. Vom gegenseitigen Austausch profitieren alle.


Die Selbstständigkeit vorbereiten – was spricht dafür?

Sein eigener Chef zu sein, bringt nicht nur viele Vorteile, sondern auch jede Menge Verantwortung. Um dem gewachsen zu sein, ist es notwendig, dass Sie sich gründlich darauf vorbereiten und sich auch der Nachteile bewusst sind.

Für die Selbstständigkeit spricht, dass Sie selbst viele Gestaltungsmöglichkeiten haben und mit dem richtigen Einsatz Ihren Traumjob ausüben können. Sie sind unabhängig, müssen sich nirgends bewerben und keine Angst haben, am Ende ohne Job dazustehen. Sie können sich aussuchen, womit Sie Ihr Geld verdienen wollen und sich davon inspirieren lassen, was Sie schon immer tun oder sein wollten. Sie können als Selbstständiger die unterschiedlichsten Projekte realisieren. Im Gegensatz dazu machen Sie als Angestellter irgendwo in einem Unternehmen vielleicht immer das Gleiche. Während Ausbildung und Studium besteht die Möglichkeit, interessante Menschen kennenzulernen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Daraus können sich im weiteren Verlauf Chancen ergeben, Geld zu verdienen.

Die Selbstständigkeit bietet Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität. Sie können Ihren Arbeitstag frei gestalten und müssen sich nicht an feste Arbeitszeiten halten. Als Angestellter ist es nicht so einfach, auf persönliche Gegebenheiten zu reagieren. Der Arbeitstag hat in der Regel acht Stunden. Auch wenn es dann nicht so gut läuft, sind diese acht Stunden zu absolvieren. Als Selbstständiger besteht hier die Möglichkeit, beispielsweise in Motivationstiefs etwas anderes zu machen, um dann in der Folgewoche wieder hochmotiviert zu arbeiten.
 

Die Nachteile bewusst machen

Als Ihr eigener Chef haben Sie die volle Verantwortung für alles, was Sie tun, für jede Entscheidung, die Sie treffen. Besonders wichtig ist Zuverlässigkeit. Ihre Hauptaufgabe am Anfang besteht darin, Kunden zu akquirieren und Ihr Unternehmen auf Ihrem Fachgebiet bekannt zu machen. Bürokratie bestimmt Ihren Arbeitsalltag: Steuerberater, Finanzamt, Gewerbeamt, Sozialversicherung, Versicherungen und auch die Vermögensstrategie.

Als Selbstständiger haben Sie insbesondere am Anfang kein festes Einkommen. Die schwankende Auftragslage durch das Jahr macht es häufig schwierig, die Finanzen komplett durchzuplanen. Haben Sie Ihre Ausbildung oder Ihr Studium mithilfe von BaFÖG oder eines Bildungs- oder Studienkredits finanziert, kann das zu einem Problem werden. Sie müssen die Leistungen in jedem Fall zurückzahlen.
 

Vorbereitung schon in der Ausbildung

Welche Ausbildung Sie wählen, um sich danach selbstständig zu machen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Geschäftsidee ist das Entscheidende beim Schritt in die Selbstständigkeit. Hier kann jede Ausbildung das Sprungbrett bieten. Gewisse Grundkenntnisse erleichtern allerdings den Start. In einigen Branchen genügt eine Ausbildung allein nicht, um sich darin selbstständig zu machen. Sie brauchen häufig einen Meisterbrief. Dabei werden auch betriebswirtschaftliche Themen vermittelt, die den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern.

Viele erfolgreiche Unternehmensgründer haben ein klassisches BWL- oder Jura-Studium absolviert. Beide Studiengänge sind dafür bekannt, nach dem Abschluss ein gutes Einkommen zu erzielen. Es ist jedoch ebenfalls möglich, sich auf ein bestimmtes Fachgebiet zu spezialisieren. Aus den Studiengängen Informatik, Robotik, Softwaretechnik oder Ingenieurwesen kommen viele erfolgreiche Selbstständige. Für künstlerisch begabte und kreative Menschen empfiehlt sich ein Kunststudium. Hier sollten Sie sich auf Ihre Talente und Wünsche konzentrieren, nicht auf die spätere Selbstständigkeit.

Im Grunde funktioniert der Start in die Selbstständigkeit auch ohne Ausbildung oder Studium. Motivation, Ambition und ein gut ausgearbeiteter Businessplan sind die Schlüssel für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Am Anfang ist es ohnehin notwendig, dass Sie ein Allround-Talent sind und viele andere Dinge neben der eigentlichen beruflichen Tätigkeit erledigen können. Hier sind die sogenannten Soft Skills gefragt, wie beispielsweise Kommunikationsfähigkeit. Aber auch Kenntnisse in Marketing, internem Rechnungswesen, Potenzialanalysen oder Buchführung sind wichtig. Wenn das zu kompliziert klingt, sollten Sie über das Thema Selbstständigkeit lieber noch einmal intensiv nachdenken.

Wichtig: Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen...

 

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