Welcher Standort ist der richtige?

Die Standortwahl spielt eine wichtige Rolle für die meisten Gründer. Je nach Gewerbe ist der richtige Standort nämlich entscheidend für den Gesamterfolg ihres Vorhabens. Wenn Sie zum Beispiel ihre Produkte mit LKWs verschicken wollen und ihr Standort liegt weit ab von einer Autobahn, werden Transportkosten hoch, die Lieferzeiten lang und ihr Angebot letztlich nicht konkurrenzfähig. Die gute Nachricht ist, dass Sie eine Standortanalyse selbst vornehmen können, wenn sie sich an einige Regeln halten.
 

Immobilie auswählen: in erster Linie zählt die Lage

Wenn sie eine Immobilie kaufen oder mieten gibt es drei Dinge, auf die sie achten müssen. Es sind die drei großen L, nämlich Lage, Lage und nochmals Lage. Selbstverständlich sind auch andere Aspekten wichtig, doch nur am richtigen Standort entfalten diese ihre vollständige Wirkung. Für Gründer ist es deshalb besonders bedeutungsvoll, die Standortanalyse durchzuführen. Denn, wenn sie einmal an einem Standort sind, werden Sie ihn nicht so schnell wieder aufgeben. Einen Standort zu wechseln heißt nämlich nicht nur, dass Sie sämtliche Adressangaben auf Papieren, Visitenkarten Websites neu schreiben müssen. Sie müssen vor allem auch Kunden und Lieferanten, Behörden und Institutionen in Kenntnis setzen. Hinzu kommen die Kosten für den Umzug. Alles im allen ist die falsche Standortwahl in vielerlei Hinsicht teuer.
 

Welche Geschäftsidee haben Sie? Davon hängt die Wichtigkeit des Standorts ab.

Der Stellenwert des Standorts des eng verknüpft mit Ihrer Geschäftsidee. Kommen Kunden zu Ihnen oder wickeln Sie das Hauptgeschäft telefonisch oder online ab? Von dieser Antwort hängt ab, wie wichtig der Standort ist. außerdem spielt es eine Rolle, ob Sie in der gewählten Immobilie hohe Investitionen tätigen müssen, um den Betrieb zu starten. Im Einzelhandel und in der Gastronomie ist es besonders wichtig, eine sorgfältige Standort durchzuführen. Andernfalls droht die Gefahr, dass Sie eine unbedachte Entscheidung mit einem schlecht laufenden Betrieb oder gar mit einer frühzeitigen Insolvenz bezahlen. Im Prinzip gilt dieses Risiko für alle Geschäftsideen, die von Laufkundschaft abhängig sind. Kommen hohe Erstinvestitionen in die Einrichtung dazu und langfristige Mietverträge muss der Standort einfach passen, damit sich die vorausbezahlten Kosten so schnell wie möglich wieder bezahlt machen. Vor diesem Hintergrund ist die Standortwahl von Ärzten und Apothekern oder von Schulungseinrichtungen ebenfalls wichtig. Hersteller und Großhändler, die auf hohe Lagerkapazitäten angewiesen sind, müssen ebenfalls sicher sein, dass sie ihr Geld am richtigen Standort investieren. Hier spielt die Anbindung zur Autobahn oder zur Schiene oder die Wasserstraße eine übergeordnete Rolle. Natürlich ist es für jeden Gründer wichtig, den optimalen Standort auszumachen. Als Faustregel können Sie sich merken: je teurer ein Standortwechsel wird, desto wichtiger ist die Analyse zum Zeitpunkt der Gründung. Wenn Sie hier nachlässig sind, setzen sie den Geschäftserfolg und ihre Existenz aufs Spiel.
 

Welche Standortkriterien sind für Sie wichtig?

In Abhängigkeit vom Geschäft verteilen sich die Schwerpunkte der Standortkriterien höchst unterschiedlich. Die wichtigsten Auswahlkriterien gliedern sich nach folgenden Aspekten:

  • Nachfrage

  • Konkurrenten Markt

  • Qualität der Geschäftsräume

  • Gewerbesteuerkosten

  • Verkehrsanbindung

  • Auflagen seitens der Behörden

  • Verfügbarkeit der Arbeitskräfte

  • Fördermöglichkeiten

  • Image

  • Arbeitsbedingungen/Lebensbedingungen am Standort

Es ist Ihre Aufgabe zu überprüfen, welche Aspekte für Sie besonderes Gewicht haben. Am besten verteilen sie Punkte von 1-10, wobei ein Punkt unwichtig ist und zehn Punkte wichtig bedeutet. Auf diese Weise gelingt es eine rasche Vergleichsmöglichkeit unterschiedlicher Standorte zu erarbeiten. Wichtig: Lassen Sie sich nicht auf eine schnelle Standortanalyse ein, sondern legen Sie die Kriterien mit Bedacht fest.

Haben sie schon einmal etwas von k.o.-Kriterien gehört? Das sind die Aspekte, die jeder Standort auf jeden Fall erfüllen muss. Wenn einer dieser Kriterien nicht erfüllt ist, fällt der Standort sowieso weg. Tipp: Stellen Sie die Liste Ihrem Makler zur Verfügung, damit dieser ganz nach Ihren Vorgaben die passenden Objekte vorschlagen kann.
 

Können Ihre Kunden Sie in Ihrem Geschäft erreichen?

Die nächste Frage, die Sie sich stellen müssen ist, wie wichtig die Kundennähe für Ihr Geschäft ist. Manchmal ist es sehr entscheidend, manchmal spielt es keine Rolle. Läuft ihr Business mit Laufkundschaft, dann spielt der Standort eine Rolle, weil sich darüber das Einzugsgebiet definiert. Die Statistiken sagen, dass Kunden meist nicht mehr als 10 Minuten Anfahrt oder Fußweg auf sich nehmen, um zu einem Geschäft zu gelangen. Unser Tipp: verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, ob ihre Zielgruppe in dem Einzugsgebiet lebt, arbeitet oder einkauft. Dazu können Sie verschiedene Informationsgeber nutzen, die sich mit Standortanalysen auskennen. Sie können nämlich Daten kaufen, die zum Beispiel über die Kaufkraft an dem von Ihnen ausgewählten Standort informieren und anderes mehr.
 

Wie groß ist die Konkurrenz vor Ort?

In dem Zuge, indem Sie den zu erwartenden Umsatz in dem von ihnen ausgewählten Einzugsgebiet erarbeiten, müssen sie prüfen, wie groß die Konkurrenz auf dem anvisierten Zielmarkt ist. Wenn Sie wissen, mit wem Sie konkurrieren können sie einschätzen, welchen Anteil sie tatsächlich erwirtschaften können. Denken Sie dabei daran, dass namhafte Konkurrenten oft mehr Kunden beanspruchen. Beispiel: wenn Sie drei weitere Konkurrenten haben und I der vierte im Bunde sind, müssten Sie eigentlich 25 % des Umsatzes für sich beanspruchen können. Ist aber einer der Konkurrenten eine große, bekannte Marke, könnte es sein, dass Sie sich nur 50 % des Gesamtumsatzes, mit den zwei anderen Konkurrenten teilen müssen. Dann ist der zu erwartende Anteil des Gesamtumsatzes nur noch ein Sechstel groß. Als hilfreiches Nebenprodukt aus dieser Art der Analyse ergibt sich später Ihre Positionierungsstrategie. Wenn Sie ihre Konkurrenz so gut im Blick haben, fällt es wesentlich leichter, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln und den Wettbewerb dadurch zu beleben.
 

Lassen sich strategische Kooperation knüpfen?

Strategische Kooperationen können den Umsatz deutlich ankurbeln. Wenn Sie einen Standort wählen, an dem Sie mit Komplementärprodukten und Dienstleistungen das eigene Portfolio sinnvoll ergänzen können, verspricht das mehr Erfolg. Sind Sie Physiotherapeut und hat in der Nähe eine Orthopädiepraxis ihren Sitz sowie ein orthopädisches Schumacher, können Sie sinnvolle Kooperationen schmieden.

Auch ist die Nachbarschaft von stark frequentierten Geschäften wie Supermärkten, Bildungseinrichtungen, Sporteinrichtungen Ärzte oder U-Bahnen ein Kriterium, dass Sie bei ihrer Standortwahl nicht vernachlässigen sollten. Wenn viele Menschen täglich an Ihrem Geschäft vorbeifahren, werden Sie auf Ihr Angebot aufmerksam.

Cluster können ebenfalls ein echter Umsatzbooster sein. Die Wirtschaftsförderungen in vielen Orten streben Synergiepotenziale an. Sie unterstützen das Vorhaben von Firmen, miteinander zu arbeiten und Projekt auf den Weg zu bringen. Wenn Sie daran interessiert sind, sollten sie einmal nach Technologiezentren oder Gründerzentren in der Umgebung schauen, denn dort werden Kooperationen in dieser Weise oftmals gefördert.
 

Konditionen prüfen: Ist der bevorzugte Standort zu teuer?

Neben den genannten Aspekten können Sie sicherlich noch viele weitere Details überprüfen. Sie sollten sich nicht daran stören, dass andere Selbstständige, die Sie kennen, der Standardanalyse keine große Bedeutung beimessen. Wer sich mit der Frage des Standorts nicht beschäftigt, vergibt eine wichtige Chance.

Prüfen Sie grundsätzlich, ob die Kosten für die ausgewählte Immobilie in Ihrem Budget liegen oder ob es gegebenenfalls Einsparmöglichkeiten gibt, wenn es auf jeden Fall dieser Standort sein soll. Lassen sich Teile des Geschäfts untervermieten? Können andere Geschäftspartner hinzugenommen werden oder ist es möglich, am Standort Veranstaltungen durchführen zu lassen, um eine zusätzliche Einnahmequelle zu generieren?

Lassen Sie sich auf keinen Fall auf einen langfristigen Mietvertrag ein, den Sie nicht von Tag eins an bezahlen können. Mietverträge sind in der Regel langfristig und somit müssen Sie diese Ausgaben über viele Monate fest einplanen. Liegen die Kündigungsfristen ungünstig und betragen diese - im gewerblichen Bereich gar nicht unüblich – sechs oder zwölf Monate, könnte Ihnen das finanziell schaden.

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