Gewerbe anmelden als Kammerjäger

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Wer sich selbstständig als Kammerjäger machen möchte, wird ein Gewerbe im Bereich der Schädlingsbekämpfung (ggf. von Wirbeltieren) betreiben. Das heißt, dass ein Gewerbe zwingend vor Aufnahme dieser selbstständigen Tätigkeit anzumelden ist. Welche einzelnen gewerberechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen, soll in diesem Beitrag kompakt und vor allem praxisorientiert skizziert werden.
 

Gewerbeanmeldung als Kammerjäger: Dokumente und Hilfestellungen

Welches Gewerbeamt für die Anmeldung als Kammerjäger im persönlichen Fall in Frage kommt, kann hier auf gewerbeanmeldung.de mit wenigen Klicks herausgefunden werden. Zudem sollten angehende selbstständige Kammerjäger beachten, dass viele Gewerbeämter online bereits notwendige Formulare und Hilfestellungen zur Verfügung stellen, sodass der gesamte Anmeldeprozess zeitlich beschleunigt werden kann.

Um Fragen im Vorfeld der Gewerbeanmeldung fundiert zu klären, kann ein Gesprächstermin sinnvoll sein. Alle Gewerbeämter bieten solche Termine an. Unerfahrene Gründer sollten diesen Service nutzen, um nicht in Zeitverzug zu kommen. Wird ein Formular zur Gewerbeanmeldung unvollständig oder fehlerhaft eingereicht, so verzögert sich der gesamte Prozess unnötigerweise. In der Regel dauert die Bewilligung eines Gewerbescheins 4 Wochen. Die bundesweit nicht einheitlich geregelten Kosten bewegen sich in einem durchschnittlich gesehen sehr moderaten zweistelligen Rahmen. Zu beachten ist auch, dass die Regelungen in den einzelnen Bundesländern für selbstständige Kammerjäger im Detail abweichen können. Im Internet gefundene Informationen sollten daher immer verifiziert bzw. örtlich zugeordnet werden.
 

Gewerberechtliche Voraussetzungen für selbstständige Kammerjäger

Wer eine Existenzgründung als Kammerjäger plant, wird mit einer ‚einfachen‘ Gewerbeanmeldung nicht auskommen. Zu beachten ist, dass diese gewerbliche Tätigkeit genehmigungspflichtig ist. Im Rahmen dieser Genehmigung müssen selbstständige Kammerjäger nachweisen, dass sie persönlich zuverlässig sind und über das notwendige Fachwissen verfügen. In Abhängigkeit vom konkreten Umfang des Geschäftsbetriebes kann es durchaus sein, dass weitere Nachweispflichten im Zuge der Gewerbeanmeldung zu beachten sind. Zu nennen sind in dieser Hinsicht insbesondere Nachweise der finanziellen Leistungsfähigkeit und baurechtliche Bestimmungen.
 

Unterlagen für die Gewerbeanmeldung als Kammerjäger

Von zentraler Bedeutung ist das Formular zur Gewerbeanmeldung, auf dem neben persönlichen sowie geschäftlichen Angaben vor allem das Leistungsspektrum umfassend beschrieben werden muss. Hieraus kann sich im Einzelfall eine erweiterte Nachweispflicht ergeben. Die notwendige Genehmigung für diese Tätigkeit wird vom zuständigen Veterinäramt ausgegeben. Je nach Umfang dieser Erlaubnis ist mit weiteren Kosten bei der Gewerbeanmeldung von bis zu 500 Euro zu rechnen. Eine Erlaubnis wird nur nach einem Fachgespräch im Veterinäramt erteilt, sodass fundierte Kenntnisse (auch mit Blick auf den einzuhaltenden Tierschutz) unabdingbar erscheinen.

Die erforderliche Sachkunde kann durch einen Kurs bei der Industrie- und Handelskammer erworben und somit bei der Gewerbeanmeldung nachgewiesen werden.

Um die persönliche Zuverlässigkeit im Rahmen der Gewerbeanmeldung als Kammerjäger nachzuweisen, sind ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis sowie ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister vorzulegen. Mit Blick auf die finanzielle Solidität kann es erforderlich sein, eine entsprechende Unbedenklichkeitsbescheinigung vom zuständigen Finanzamt vorzulegen. Die notwendige Sachkunde kann im Übrigen auch durch eine entsprechend relevante berufliche Tätigkeit nachgewiesen werden.

Sofern Räumlichkeiten jenseits einer mobilen Flotte genutzt werden, muss deren Eignung durch Grundrisszeichnungen nachgewiesen werden. Ferner ist eine Abnahme der Räumlichkeiten durch das zuständige Veterinäramt erforderlich. Sofern bauliche Maßnahmen notwendig sind, müssen entsprechende Anträge ebenfalls frühzeitig beim Bauamt gestellt werden. Zu beachten ist, dass die vorgesehenen Unterlagen sich konkret nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes richten.
 

Welche Folgen hat die Gewerbeanmeldung als Kammerjäger?

Der Standort der Firma ist durchaus ein strategischer Faktor in finanzieller Hinsicht, da der dortige Hebesatz maßgeblich über die Höhe der abzuführenden Gewerbesteuer entscheidet. Wer ein Gewerbe als Kammerjäger betreibt, wird jenseits des jährlichen Freibetrages von knapp 25.000 Euro Gewerbesteuer entrichten müssen. Der Gewerbesteuerrechner hier auf diesem Portal kann eine zahlenbasierte Orientierung ermöglichen, sofern mit konkreten Umsatzgrößen gerechnet werden kann.

Das Finanzamt wird im Zuge der Gewerbeanmeldung automatisch informiert. Gründer sollten ohnehin rechtzeitig den Bogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und einreichen. Damit werden alle relevanten steuerlichen Aspekte geregelt, so etwa die Höhe und Frequenz der abzuführenden Umsatzsteuer (Vorsicht: zu hohe Schätzungen in diesem Bereich können die erfolgskritische Liquidität unnötig belasten). Und schließlich wird auch die gesetzliche Unfallversicherung zwecks eines entsprechenden Schutzes während der Arbeit informiert. Durch die Gewerbeanmeldung als Kammerjäger (Schädlingsbekämpfung) ergibt sich ferner eine kostenpflichtige Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer.
 

Zusammenfassung zur notwendigen Gewerbeanmeldung als Kammerjäger (Schädlingsbekämpfer)

  • Vor der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit als Kammerjäger ist zwingend ein Gewerbe als formale Grundvoraussetzung anzumelden
  • Es handelt sich um eine erlaubnispflichtige Tätigkeit. Existenzgründer in diesem Bereich müssen, wie oben dargelegt, ihre fachliche und persönliche Eignung nachweisen
  • Die notwendige Erlaubnis für diese Tätigkeit wird nach einem Fachgespräch vom Veterinäramt erteilt
  • Eine zentrale Rechtsgrundlage neben der Gewerbeordnung ist das Tierschutzgesetz (dort mit Blick auf die Formalitäten rund um die Anmeldung vor allem Paragraf 11)
  • Der Hebesatz des Standortes hat einen zentralen Einfluss auf die Höhe der abzuführenden Gewerbesteuer
  • Im Zuge der Gewerbeanmeldung werden Finanzamt und gesetzliche Unfallversicherung automatisch informiert. Ohnehin sollten Existenzgründer den Fragenbogen zur steuerlichen Erfassung frühzeitig beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Gewerbeanmeldung?

Im Zuge Ihrer Gewerbeanmeldung sollten Sie sich nun zeitnah um Ihre Krankenversicherung kümmern. Als Selbstständiger sind Sie nicht mehr automatisch Pflichtmitglied in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und müssen sich dort auf Antrag befreien lassen. Die Beiträge werden nun nach Ihrem Einkommen erhoben. Die Kosten belaufen sich im Jahr zwischen... [ weiter >>> ]

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